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Beziehungsthesen

Der Beitrag wurde von ILC verfasst, einem Menschen mit mancophiler Vorliebe, der in Partnerschaft mit einer Frau lebt, die durch eine Conterganschädigung erheblich behindert ist.


Mancophil motivierte Partnerschaften –

Ein Erfolgsmodell?

 

Einige Überlegungen über Partnerschaften zwischen amelotatistisch/mancophil veranlagten Personen und Menschen mit einer körperlichen Behinderung

 

In diesem Artikel geht es um die Möglichkeiten, Probleme und Chancen der Ausgestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen unter dem Vorzeichen einer besonderen Vorliebe. Die Träger dieser sexuell motivierten Vorliebe werden auch oft Amelotatisten oder „Mancophile“ genannt. Grundsätzlich wird die Fragestellung behandelt, ob ein Miteinander der hier beteiligten Seiten, nämlich Menschen mit einer erotisch motivierten Vorliebe für eine nicht alltägliche Körperlichkeit und körperbehinderten Menschen, gelingen kann. Es gibt Gründe zur Annahme, dass dies der Fall sein könnte, jedoch nur wenn bestimmte Vorgaben berücksichtigt werden. Es geht also um Bekanntschaften, Liebschaften, Freundschaften, Partnerschaften – als Verwirklichung menschlicher Wünsche und Bedürfnisse, als das Spüren von Nähe, als Bereicherung für das Leben der beteiligten Personen. Nebenher stellt sich die Frage, ob es tatsächlich so gravierende Unterschiede bei Kontakten oder Beziehungen von Amelos/Mancophilen und Körperbehinderten gibt, wie manchmal angenommen wird, im Vergleich zu Beziehungen, in welchen diese spezielle Vorliebe keine Rolle spielt? Vorweg, hierzu als Antwort ein klares Jein.

 

 

Wer suchet der findet – aber was? Und – was suchen Amelos/Mancophile überhaupt?

 

Es soll ja durchaus Leute mit amelotatistischer/mancophiler Neigung geben, welche diese nicht nur für sich allein, früher im stillen Kämmerlein, heute via Computer und virtuell im Cyberspace, phantasieren wollen. Sie wollen diese auch im Reallife „draußen“ ausleben können. In diesen Fällen sollte zuerst versucht werden zu klären, worin es im Verhalten entscheidende Unterschiede zwischen Amelo und Amelo geben könnte. Und worin diese ihre Ursachen haben könnten. Der Einfachheit halber und weil die Statistik hier eindeutig ist, ist hier die Rede von Männern, obwohl es durchaus auch Frauen mit einschlägiger Neigung und Vorliebe gibt.

 

Der eine Typus phantasiert sich also im Laufe der Jahre eine ihm gemäße Partnerin in seinen Wunschphantasien zurecht. Eine Partnerin die exakt vom Äußeren und der Beschaffenheit ihres Handicaps her, in ihrem Verhalten und ihren Eigenschaften dem entspricht, was er für sich am aufregendsten und am erotisierendsten findet. Manche malen oder zeichnen sich sogar ihre Traumfrau oder besorgen sich entsprechende Bildvorlagen aus dem Internet. Der andere Typus dagegen ist etwas realistischer orientiert und ist bereit dazu sich den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen. Er versucht eine real existierende Person für eine Partnerschaft zu finden und ist bemüht, sich auf diese und ihre Eigenschaften einzustellen. An sich ist dies alles weiter noch nichts Besonderes. Entsprechendes Verhalten findet man bei vielen anderen Männern ohne „besondere“ Vorliebe ebenso.

 

Der bezeichnende Unterschied dazu ist, ein Amelo/Mancophiler sucht bzw. will eine Partnerin mit „besonderen Eigenschaften“. Am Liebsten nach Maß. Z. B. vielleicht, entsprechend der ungeschriebenen „Amelohitliste“, einbeinig mit einem schönen, wohlgeformten Bein auf der einen, der „richtigen“ Seite natürlich und einem Amputationsstumpf in der gewünschten Länge und Beschaffenheit auf der anderen Seite. Aber bitte gut verheilt mit schöner Narbengestaltung, nicht zu schrumpelig, wenns geht! Je nach den Wünschen des Trägers der Vorliebe benützt sie dann eine Prothese oder eben nicht, trägt vorzugsweise kurze Röcke, die unvermutet und „ganz überraschend“ dezent-keck den Stumpf hervorblitzen lassen. Natürlich mit halterlosem Nylonstrumpf am langen Bein und längenangepasstem über dem Stumpf. Ein möglichst eng anliegendes, abgenähtes Hosenbein kommt aber auch nicht schlecht. Am verbliebenen Bein trägt sie einen hochhackigen Highheelschuh und hüpft damit am liebsten ohne Krücken sehr kokett und sexy in der Wohnung herum. Richtig geil anzusehen, nach Ameloart. Bloß im wahren Leben fast ein wenig rar, eigentlich fast nie genau so anzutreffen. Vielleicht, mit etwas Geduld, einmal in 50 Jahren, dass ihm dieses Traumbild für 25 Sekunden zufällig auf der Straße begegnet. Immerhin. Bestenfalls. Am ehesten noch in kommerziellen einschlägigen Bild- und Videoproduktionen zur Betrachtung käuflich zu erwerben. Mag sein, dieses Bild wirkt etwas überspitzt, fast wie eine Karikatur eines gemeinhin beschriebenen Amelos/Mancophilen. Aber es ist deutlich und gar nicht so weit von der Realität entfernt, wie man auf den ersten Anschein hin meinen könnte. Viele der Herren die es betrifft, wüssten vermutlich genau, was damit gemeint ist.

 

Führen wir diese Überlegungen also weiter. Mit eindeutigen Wünschen, Phantasiebildern und gedanklichen Vorstellungen fängt die Entwicklung der persönlichen erotischen Biographie und sexuell motivierter Betätigung bei fast allen Menschen irgendwann einmal so oder so ähnlich an. Die Besonderheit bei Menschen mit amelotatistisch/mancophil geprägter Vorliebe liegt lediglich darin, dass sich bei diesen Personen bereits in frühester Kindheit, spätestens aber seit der Pubertät, eine besondere Faszination bezüglich anderen Menschen mit körperlichen Behinderungen ausgebildet hat, die zudem stark mit erotisch-sexuellen Gefühlen besetzt ist. Diese Empfindungen wurden meist in einem oder mehreren sog. „Schlüsselerlebnissen“ im Zusammenhang mit Erlebnissen, mindestens jedoch mit dem (erstmaligen) Erblicken, einer körperbehinderten Person aktiviert. Die Folge davon ist bei amelotatistisch/mancophil geneigten Menschen, dass sie sich ganz besonders zu Personen mit einer Körperbehinderung hingezogen fühlen und hierzu auch oft lebhafte sexuelle Phantasievorstellungen und dementsprechende Wünsche entwickeln. Die genauen Ursachen und Hintergründe für diese Entwicklung sind jedoch nach wie vor umstritten und nicht abschließend geklärt oder erforscht.

 

Wenn es sich demnach so verhält, dass jemand, in Bezug auf seine spezielle Vorliebe/Neigung zu körperbehinderten Menschen, bestimmte Vorstellungen entwickelt und sich vorstellt, was er mit einer/einem möglichen Partner/-in alles erleben möchte und was ihn evtl. speziell anreizt, dann ist das erst einmal ein übliches Verhalten. Bis hierher gibt es auch keine entscheidenden Unterschiede zu anderen Menschen, vornehmlich männlichen Geschlechts, ohne spezielle Vorliebe. Erotische Phantasien hat jede/r Mensch im Leben, immerfort, Männlein wie Weiblein gleichermaßen. Das hat wohl auch etwas mit der völlig natürlichen menschlichen Eigenschaft der Neugierde zu tun. Dass es hier offenbar einen gewaltigen Bedarf an anregenden bzw. anreizenden Materialien in Text- und Bildform gibt, lässt sich an der Anzahl und Verbreitung von kommerziellen Angeboten ablesen. Wobei die Vielfalt der Motive und Darstellungen schier unendlich ist. Durch die modernen Medien werden wir geradezu von Bildern überschwemmt und haben unzählige Möglichkeiten an jegliches, und sei es auch ganz spezielles, auf bestimmte Wünsche ausgerichtetes Bildmaterial zu gelangen. Dabei ist es egal was auch immer man sich wünscht. Sexuell-erotisch motivierte Wunschvorstellungen sind seit je her durch alle Zeiten und Kulturen und quer durch die gesamte Bevölkerung anzutreffen und keineswegs ungewöhnlich. Auch wenn gewisse Kreise gerne Prüderie propagieren und ganz besonders strenge Moralisten Erotik und Sexualität in jeglicher Form oft vehement bekämpfen oder gar verteufeln. Mit dem Thema Amelotatismus/Mancophilie betreten wir dann noch dazu eine randständige Tabuzone, jenseits allüblicher Sexualpräferenzen und außerhalb allgemeiner, gesellschaftlich bestehender Normvorstellungen und Schönheitsideale. Es ist zudem eine erotische Neigung, von der die meisten Zeitgenossen kaum je etwas gehört haben.

 

 

Eine Fahrt in der Geisterbahn

 

Wenn man nun einmal einen scharfen und kritischen Rundblick auf die bunte und vielgestaltige Szene der Amelos/Mancophilen richtet, kann man es in verschiedenen Zusammenhängen und an unterschiedlichen Orten, z. B. im Internet, recht gut beobachten, wie das weiter laufen kann mit diesen oben genannten Phantasievorstellungen. Werden nämlich nur letztere immer wieder nachhaltig intensiv gepflegt und gehegt, nur in einer Richtung ausgebaut und vorliebenspezifisch weiterentwickelt, dann landet der Betreffende irgendwann und fast unweigerlich bei szenetypischen Erscheinungen und Phänomenen. Man trifft auf Gestalten und Erscheinungen die einem manchmal doch etwas seltsam, ja befremdlich erscheinen können. Wie sie da sind, die manischen Bildersammelfreaks, die unauffälligen „Paparazziamelos“, die im Schwimmbad heimlich Handyfotos von Menschen mit Handicaps machen, die fanatischen Filmchenherunterlader, die eifrigen Amputierte-Frauen-Video-CD-Besteller, die photoshoppenden ES-‘Künstler‘ (ES=electronic surgery=digitales Bearbeiten von Bildern, z.B. mehr oder weniger geschicktes „Amputieren“ von Fotomodels, der eigenen Freundin etc.). Man landet bei den heimlichen Handicap-Pretendern, in fakeverseuchten Chat-Hinterzimmern oder gar in irgendeinem phantastischen Phantasien-Lügen-Fake-und-Krampfforum im Internet.

 

Ungünstigenfalls entwickelt sich mancher Amelotatist/Mancophiler gar zum hinter amputierten Damen nachschleichender Stalker oder wird unbeliebter Störenfried auf Rehamessen, im Garten von Orthopädiekliniken, vor Eingangsbereichen von Sanitätshäusern. Man findet ihn als unerwünschten virtuellen Eindringling, manchmal sogar mit vorgetäuschter weiblicher Identität, auf Diskussionsplattformen für Menschen mit Behinderung, wo enttarnte Amelos jedoch immer wieder besonders gerne platt gemacht werden – glücklicherweise nur virtuell. Jedoch bleibt der ausnahmslos nur bestimmte Erotikmotive suchende Amelo/Mancophile mit diesen eindimensionalen Verhaltensmustern immer wieder auf einer nebulösen Ebene von Unverbindlichkeit und Oberflächlichkeiten hängen, die ihm kaum echte Wunscherfüllung bringen können. Weil er es ja nie wirklich versucht hat einen realen Kontakt zu suchen und ängstlich davor zurückscheute, die eigenen Träume auf die Ebene der Lebenswirklichkeit zu holen und in reale Handlungsoptionen umzusetzen.

 

Es kann also durchaus vorkommen, wie weiter oben angedeutet, dass sich bei manchen Amelos/Mancophilen ihre Phantasien zu Selbstläufern entwickeln, die dann ganz eigene Wege gehen und dies nicht immer unbedingt zum Vorteil des Betreffenden oder ihrer Mitmenschen. Dadurch bedingt wird es allerdings nicht einfacher diese Sphäre wieder zu verlassen und neue Wege zu finden, um die eigenen Wunschvorstellungen auch zu befriedigen. Einerseits sind die erwünschten Partnerpersonen ja tatsächlich zahlenmäßig unterrepräsentiert und nicht jeder wagt den Schritt zu realen Kontakten, aus sehr verschiedenen Gründen. Die Verwirklichung der erotischen Wünsche von Amelos/Mancophilen scheitert unter anderem auch vielfach an mancherlei Ängsten und Unsicherheiten bezüglich ihrer Vorliebe, die ihnen ein mehr oder weniger unbefangenes Zugehen auf die ersehnten Partner/-innen mit den erwünschten Eigenschaften erschweren können. Daher bedarf es andererseits ganz offensichtlich eines Mechanismus, um einen sicherlich bei den meisten vorhandenen Triebstau wieder abbauen zu helfen. Dies ist einfach so und ist auch nicht ungewöhnlich. Dadurch steht jedoch die drängende Frage im Raum, wie dieser Stau an unerfüllten Wünschen und Phantasien so kanalisiert werden könnte, dass der Betreffende konstruktiv befriedigt werden kann. Dazu dienen dann offensichtlich die oben erwähnten spezifischen Erotikdarstellungen behinderter Körperlichkeit, als Anregungen für autoerotisches Handeln. Zur Not bleibt dem sehnenden Amelo/Mancophilen also tatsächlich zuerst einmal nur die Nutzung von Bildmaterial, Kommunikation per Internetforum, E-Mail oder evtl. in geeigneten Chaträumen. Zumindest zeitweise.

 

„Befriedigt“ sein kann aber auch anders verstanden werden, nämlich „befriedigt sein“ im Sinne von „befrieden“, mit sich und seiner Vorliebe einen Frieden zu finden und dies evtl. sogar auf nachhaltige Art und Weise. Ein möglicher Ausweg aus dieser Zwangslage könnten direkte Kommunikation und Kontakte mit den ersehnten Personen als langfristig beste Lösungsstrategie sein. Mit dem Ziel einer Bekanntschaft, Freundschaft oder sogar Partnerschaft. Denn nur dann könnten evtl. die bestehenden Wünsche in realer Form erfüllt werden und der Druck würde nachlassen. Aber dieser Weg kann für den Einzelnen lang und mühsam sein und ist sicher auch nicht für jeden der allein selig machende oder für jeden möglich zu gehen. Vor allem aber braucht es dazu ein passendes Gegenüber mit dem Willen hierbei mitzumachen. Jeder muss dazu letztlich seinen ganz individuellen Weg finden. Wie dieser Weg aussehen könnte und welche Verhaltensanforderungen ein amelotatistisch/mancophil veranlagter Mensch dabei zu berücksichtigen hätte, wird in den folgenden Abschnitten näher beschrieben.

 

 

Lähmendes Schweigen und diverse Ängste, die unfrei machen

 

Es scheint häufig eine gewisse Neigung zur Sprachlosigkeit zu den Eigenschaften von Amelos/Mancophilen zu gehören. Zumindest wenn es um bewusste Selbsterfahrung oder Reflexion über Befindlichkeiten geht – eigene, aber auch die ihrer erwünschten Partner/-innen. Sie tun sich oft sehr schwer, ihre persönlichen Motivationen und Einstellungen bzgl. der speziellen Neigung zu hinterfragen und darüber zu sprechen.

 

Einer der häufigsten Gründe für diese Scheu könnten verschiedene offen geäußerte oder unbewusst wirkende Ängste bei Amelos/Mancophilen sein. Es findet sich die, mitunter nicht unbegründete, Angst davor, vom gesellschaftlichen und sozialen Umfeld als „pervers“, „abartig“, „verrückt“, „andersartig“, bestenfalls als „seltsam veranlagt“, gebrandmarkt und deswegen als Person an sich abgelehnt zu werden. Aber viele haben auch Ängste diffuser Natur und scheuen davor zurück, sich selbst in ihrer „Andersheit“ wegen ihrer Neigung zu begegnen. Es gibt die Angst, aber vielfach auch Scham davor, zu erkennen, dass man in einer Sache, hier eine bestimmte erotisch-sexuelle Vorliebe/Neigung, von einer, als allgemein gültig angenommenen Norm abweicht. Der betreffende Mensch vermag gegenüber einer körperlichen Behinderung, welche häufig auch eine andere, veränderte, oft sogar deutlich sichtbare körperliche Erscheinung mit sich bringt, diesbezüglich gegenläufige Empfindungen zu verspüren, als andere Menschen. Ein Amelo/Mancophiler findet etwas erotisierend und faszinierend, was für andere entweder als Belastung oder als unästhetisch, jedenfalls oftmals als völlig unerotisch erscheint. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass der Betreffende ursächlich nichts für seine Neigung kann. Eigentlich wäre es an dieser Stelle angebracht, über die Entstehung von gesellschaftlichen Normvorstellungen, Schönheitsidealen und das bestehende Bild von Menschen mit einer Behinderung, speziell auch über den Bereich Behinderung und Sexualität zu sprechen. Dieses Themenfeld hier ausführlicher zu erörtern, würde den Rahmen dieses Beitrags jedoch bei Weitem sprengen.

 

Nicht wenige Amelos/Mancophile haben jedenfalls Angst zu sich und zu ihrer Vorliebe/Neigung zu stehen. Sie haben teils ein massives Problem damit, sich selbst so akzeptieren zu können, wie sie sind. Sie haben auch Angst und kaum Motivation, sich mit den damit verbundenen Fragestellungen (selbst)kritisch auseinander setzen zu müssen. Dies womöglich im Diskurs mit Partnern/-innen, ob mit oder ohne Behinderung im Hintergrund, Angehörigen, Freunden/-innen etc. Tiefer gehende Gespräche darüber lassen sich daher meist nur bei näherem persönlichen Kontakt führen, wenn es eine vertrauensvolle Grundlage dafür gibt. Ängste und Unsicherheiten können jedoch einsam und unfrei machen. Unsicherheiten, wegen einer bestimmten persönlichen Eigenschaft, z. B. wegen seines Aussehens, seiner Herkunft, wegen bestimmter Einstellungen oder, wie in diesem Fall, wegen einer besonderen erotischen Vorlieben von anderen Menschen abgelehnt zu werden zu können, können im ungünstigsten Fall einen sozialen Rückzug bewirken. Bei Amelos/Mancophilen führt dies teilweise zu einem Sich-Nach-Innenwenden und zu einer Flucht in eine Phantasiewelt, wie oben beschrieben. Nach Außen herrscht jedoch oft Sprachlosigkeit vor. Viele Menschen mit einer (sichtbaren) körperlichen Behinderung kennen Unsicherheiten und die Angst vor einem Abgelehntwerden ebenso, wenn auch mit einem völlig anderen Hintergrund und anderen Bedingtheiten. Eine körperliche Behinderung lässt sich z. B. kaum verbergen, eine sexuelle Vorliebe zumeist schon, zumindest in der Öffentlichkeit. Aber auch sog. „normale“ Menschen sind von den verschiedensten Unsicherheiten selten unberührt. Letztlich sind dies allgemeine menschliche Probleme, mit denen wir uns alle im sozialen Zusammenleben mit anderen immer wieder auseinander setzen müssen.

 

Erfahrungen zeigen vielfach, der betroffene Amelo/Mancophile kommt nur weiter in seiner Entwicklung, wenn er versucht seine Ängste aktiv zu bearbeiten und zu überwinden. Dazu kann es sehr hilfreich sein mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das kann anfänglich sogar sehr schwer sein, ist aber möglich. Fast jeder findet Menschen in seinem persönlichen Umfeld, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht, das es ermöglicht sich mit seinen Problemen zu offenbaren und persönliche Befindlichkeiten zu besprechen. Auch ein Austausch mit Gleichbetroffenen oder verständnisvollen Menschen mit einer Behinderung kann dabei sehr hilfreich sein.

 

Wenn alle diese Bemühungen den betroffenen Amelo/Mancophilen dennoch nicht weiterbringen sollten, sein Leidensdruck weiter ansteigt, die persönliche Entwicklung hemmt und eine befriedigende sexuelle Entfaltung massiv beeinträchtigt wird, sollte in Erwägung gezogen werden hier professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies können sexualtherapeutisch arbeitende Ärzte oder Psychologen sein oder man sucht sich Hilfe bei entsprechenden Beratungsstellen, wie zum Beispiel „pro familia“. In der psychologischen Beratung, etwa bei Partnerschafts- und Sexualproblemen, bedienen sich die Berater/-innen oft auch psychotherapeutischer Methoden, wodurch die Grenze zwischen Beratung und Psychotherapie fließend wird. Die Beratung unterstützt und vermittelt Anregungen und Impulse, sie dient einem besseren Verstehen, dem Nutzbarmachen eigener Stärken und dem Finden eigener Lösungen. Auch hier gilt, dass jede/r als Rat suchende(r) mit fachlicher Unterstützung selbst bestimmt, welche Entwicklung die Beratung nimmt, welche möglichen Lösungswege gewählt werden und welche Entscheidungen man für tragbar hält. Beratung und Hilfe findet man auch bei psychologischen Psychotherapeut/-innen, Sozialpädagog/-innen und bei spezialisierten Fachärzt/-innen. Besonders auf Amelotatismus/Mancophilie spezialisierte Therapeuten/-innen gibt es jedoch nicht. Alle genannten verfügen jedoch über spezifische Zusatzausbildungen, welche in der Regel auch die Themenfelder sexuelle Präferenzen und Paraphilien etc. beinhalten. Im Laufe einer Therapie kann es, muss aber nicht auf Anhieb, gerade hier zu unerwarteten, weil verständnisvollen, Reaktionen kommen, zu klärendem Austausch, zu erhellenden Einsichten, warum und wieso jemand gerade „so“ veranlagt ist oder welche Wunschvorstellungen bezüglich einer „besonderen“ Art von Partnerwahl einen bewegen und wie damit am Besten und konstruktiv umzugehen wäre.

 

Ein offener Austausch kann also durchaus befreiend sein, er kann zudem auch als soziales Korrektiv wirken. Letztlich geht es immer darum, eine Haltung zu entwickeln, die es einem erlaubt, mit seiner Vorliebe/Neigung konstruktiv umzugehen. Konstruktiv heißt in diesem Kontext, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen, eigene Befindlichkeiten und Wünsche klar zu erkennen zu lernen und sie gegebenenfalls auch in Bezug zu den Wünschen und Befindlichkeiten einer gewünschten oder bereits vorhandenen Partner/-in zu setzen. Es sollte in Folge als persönliches Ziel definiert werden, destruktiven, selbst- und fremdschädlichen neigungsbedingten Verhaltenstendenzen entgegenzuwirken. Gut für einen selbst und seine Mitmenschen. Denn Verdrängen funktioniert in diesem Bereich nicht wirklich gut, sowenig wie es bei anderen Dingen des Lebens auch nicht das Mittel der Wahl sein sollte. Schafft es einer, sich mit seiner Vorliebe soz. zu „versöhnen“, eröffnen sich Möglichkeiten und Chancen, damit auch unbeschwerter und authentischer auf andere zugehen zu können.

 

 

Aussteigen um Einzusteigen

 

Insgesamt betrachtet kann festgestellt werden, dass das weiter oben beschriebene Verhalten, wie z. B. das Betrachten und Sammeln von Abbildungen körperlich behinderter Menschen für autoerotische Verwendung, zumindest in Ansätzen bei den meisten Amelos/Mancophilen irgendwann einmal während ihrer sexuellen Entwicklung und in ihrer Vorliebenbiographie in ähnlicher Art und Weise stattgefunden hat. Allerdings gibt es etliche, bei denen waren dies nur Abschnitte auf ihrem Weg, die zu gegebener Zeit wieder verlassen wurden, um neuen Entwicklungen und Handlungsperspektiven Platz zu machen. Andere jedoch blieben irgendwann stehen auf ihrem Entwicklungsweg. Eigentlich sind letztere wirklich arme Kerle, die nicht erahnen, was sie versäumen. Vielleicht bleibt damit aber auch manchen behinderten Damen und Herren so manches erspart. Warum viele es partout nicht schaffen, sich nicht aus der Deckung wagen oder es vielleicht auch gar nicht wollen, von der Phantasieebene herabzusteigen, wäre sicherlich interessant weiter zu erforschen und einer eigenen Erörterung wert. Nur nicht hier und jetzt. Letztlich zeigt und äußert sich die Vorliebe, Neigung, Veranlagung bei jedem anders in der Intensität und Ausprägung. Den „Standardamelo“ mit genormten Eigenschaften findet man evtl. nur in sexualpsychologischer Fachliteratur.

 

Dabei ist es an dieser Stelle jedoch wichtig auch darauf hinzuweisen: jede/r kann, darf und soll seine Vorliebe leben, wie er/sie es für sich am Besten hält und für sich als machbar, tragbar oder befriedigend empfindet. Dies gehört zum Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung. Es gibt auch keinerlei definierten Vorgaben dazu, in welcher Art und Weise der Betreffende seine Version seiner erotischen Vorliebe oder Neigung (aus)leben könnte oder soll. Ein wesentlicher Grundsatz dabei ist jedoch, dass keine andere Person davon beeinträchtigt, bedrängt oder anderweitig in ihrer Integrität und Existenz geschädigt werden darf. Auch letzteres ist ein Grundrecht. Der Träger einer besonderen erotischen Vorliebe sollte jedoch selbst auch keine Probleme mit seiner Persönlichkeitsentwicklung bekommen, z. B. weil seine Sehnsüchte und Wünsche bisher unerfüllt blieben. Der vorliegende Text soll daher auch eine Ermutigung an die Betroffenen sein, zu versuchen sich aktiv weiterzuentwickeln und sich zu ihrer Vorliebe zu bekennen. Wenigstens vor sich selbst. Dies kann daher auch in Folge bedeuten, von der reinen Beschäftigung in der Phantasie mit dem erotisch motivierten Hingezogensein zu Menschen mit einer körperlichen Behinderung, zu realen Begegnungen überzugehen. Letzteres ist jedoch nur eine Option und keine Handlungsanweisung die das volle Lebensglück garantiert. Jede/r muss es stets immer wieder selbst entscheiden, es aber auch verantworten, was er will und tut und wie weit er/sie gehen möchte oder kann. Wenn also ein Amelo/Mancophiler kein lebenslänglicher Fan von reinen Phantasiewelten bleiben möchte, bleibt ihm in der Konsequenz nur, sich zu rühren, aktiv zu werden und mit anderen zu kommunizieren, sich auseinander zu setzen und Kontakte aufzubauen.

 

 

Das Treppchen einmal ein Stück höher steigen

 

Führt man die bisherigen Überlegungen fort, kommt man zu dem Schluss, welcher durch zahlreiche Praxisbeispiele belegt ist, dass es eine weitere, wenn auch kleine, in ihrem aktiven Handeln zielorientierte Gruppe von amelotatistisch/mancophil veranlagten Menschen gibt. Allerdings sind diese den vorgenannten, passiv Phantasien konsumierenden, laut Statistik zahlenmäßig weit unterlegen. Die Angehörigen dieser Gruppe streben danach, ihre Phantasien und Wünsche nicht nur zu träumen, sondern zu verwirklichen und sie real zu (er)leben. Sie wollen direkten Kontakt zu Menschen mit einer körperlichen Behinderung – und Kontakte, Kennenlernen, Zusammensein, Freundschaft, Liebe, Beziehungen, Spaß miteinander haben. Aber auch diese Wünsche sind selbstverständlich und nicht neigungsspezifisch, sondern völlig normal und unter uns Menschenwesen wahrlich nichts Ungewöhnliches.

 

Wir Menschen sind ja (fast) alle soziale Wesen und wollen den Samstagabend nicht gerne alleine vor dem Fernseher verbringen oder immer nur selbstbezogen autoerotisch aktiv unser Bett zum Schwingen bringen. Daher muss eine Partnerschaft her. Für amelotatistisch/mancophil veranlagte Menschen kommt natürlich nur eine mit einem Menschen mit entsprechender körperlichen Behinderung infrage. Eh klar, mit wem sonst? Oder doch nicht? Na gut, es gibt welche, die lieber ihr Schiff in sicheren Gewässern manövrieren und (ersatzhalber?) mit einer/m nichtbehinderten Partner/-in zusammen sind und sich vielleicht nur mal so, quasi nebenher, umsehen, ob es nicht möglich wäre, am besten ohne aufzufallen, mal einen reizvollen erotisch-sexuellen Kontakt zu einer Dame oder Herrn mit Handicap einzufädeln. Aber von denen, die gerne auch mal auswärts Essen gehen wollen, soll in dieser Erörterung nicht die Rede sein. Auch nicht von kurzfristigen sexuellen Beziehungen, die im gegenseitigen Einverständnis stattfinden, die berühmten One-Night-Stands. Sofern diese nicht unter dem vorgetäuschten Vorzeichen von Liebe und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und Versprechungen über eine spätere Beziehung eingefädelt wurden, kann man dabei nichts Verwerfliches entdecken. Bis hierher ist allerdings immer noch kein grundlegender Unterschied zu Beziehungen und Partnerschaften zwischen den sog. „Normalos“ zu erkennen, bei denen kein Handicap im Spiele ist. Denn selbst eine große Portion Intuition und Menschenkenntnis vorausgesetzt, weiß anfangs keiner genau, auf wen jemand treffen kann oder was er oder sie sich wirklich einlässt und was an Überraschungen ins Haus stehen kann.

 

Die Einen träumen also. Die Anderen suchen. Und finden mitunter auch erfolgreich. Sie streben aktiv nach einer lebendigen Partnerschaft mit einem der erträumten Menschen – so manche Rückschläge, herbe Enttäuschungen und fehl gegangene Versuche mit eingeschlossen. Sie lassen sich auf das Abenteuer „Partnerschaft mit einem Menschen mit Handicap“ ein und öffnen sich für das, was sie erwarten mag. Oder besser, sie erwarten etwas, das sich dann als unerwartet herausstellt, weil sie es nicht erwartet hatten. Anfangs nicht wissend oder ahnend, was da alles, außer Spaß und Freude, an Problemen und Schwierigkeiten auf sie zukommen könnte. Sehen wir uns also den weiteren Weg und die Optionen derjenigen genauer an, welche sich auf einen wirklichen und exklusiven, länger andauernden Kontakt konzentrieren wollen und sich ernsthaft bemühen, die Dame ihres Herzens mit einer Körperbehinderung zu finden und zu erobern. Man will ja eine wirkliche Beziehung aufbauen. Dafür ist man auch bereit sich auf alles Mögliche einzulassen und einzustellen. Mit allen damit zusammenhängenden Konsequenzen und Begleiterscheinungen. Aber halt, ist das wirklich so? Mit allen damit zusammenhängenden Konsequenzen und Begleiterscheinungen? Man kann sich aktuell und bei Betrachtung der Szene über die Jahre hinweg, beim Lesen von einschlägigen Forenbeiträgen oder an anderer Stelle im Internet, an denen man auf amelospezifische Kommunikation und Meinungen körperbehinderter Menschen darüber trifft, gewisser Zweifel nicht enthalten. Zweifel, ob oder wie weit eine wirkliche Bereitschaft von Seiten amelotatistisch/mancophiler Menschen besteht, sich ernsthaft auf alle Konsequenzen und Begleiterscheinungen in Bezug auf eine Partnerschaft mit Menschen mit einer Körperbehinderung einzulassen.

 

 

Kennenlernen lernen

 

Das Unheil nimmt manchmal schon während der ersten Kontaktaufnahme seinen Lauf. Jedenfalls fällt auf, dass es zwar gebetsmühlenartig immer wieder in Kontaktersuchen von Amelos an behinderte Menschen geschrieben wird, man suche schon jemanden mit einer bestimmten Behinderung, aber selbstverständlich käme es natürlich nur auf den Menschen an! Manchmal kommt einem dies wie ein bloßes Lippenbekenntnis vor. Manchmal erscheint es eher authentisch und glaubhaft. Nehmen wir jetzt einmal an, dass es weitgehend die Lebenswirklichkeit wiedergibt, zumindest wird es von Seiten behinderter Frauen des Öfteren so berichtet, dass sich bereits schon die ersten Fragen beim Kennenlernen tatsächlich in der Hauptsache um ihr Handicap drehen. Und ganz penetrant nur um dieses. Er will genau wissen wie die Behinderung gestaltet ist, wie lang oder kurz der Stumpf wohl wäre, ob sie eine Prothese benützt, ob sie lieber mit Krücken unterwegs ist, wie es sich anfühlt, wenn der Stumpf gestreichelt wird usw. Diese sofortige Abfrage von behinderungsspezifischen Details wird von den „Zielpersonen“ amelotatistisch/mancophil veranlagter Menschen als nicht besonders toll empfunden, wird öfters eher als grob unsensibel geschildert. Sie fühlen sich dabei als „Objekte der Begierde“ auf ihr Handicap reduziert und fragen sich zu Recht, was der kontaktsuchende Amelo denn nun wirklich sucht – eine Behinderung mit Mensch dran oder was?

 

Wie dem auch sei, etliche Amelos/Mancophile nehmen mitunter all ihren Mut zusammen und stellen sich der Herausforderung Kennenlernen. Mit Charme und Eloquenz und Blumenstrauß. Einige haben ja auch den festen Willen dazu und versuchen sogar in solidarischer Hinwendung zum jeweiligen Partner mit Körperbehinderung mit diesem mitzugehen. Dabei können sie selbst viel lernen und können sich mit ihm zusammen weiter entwickeln. Wenn sie es nur richtig angehen. Geradezu ein Zauberwort in diesem Zusammenhang ist auch Empathie – nämlich die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen. Empathie ist Einfühlungsvermögen, Feinfühligkeit, Fingerspitzengefühl, Mitgefühl, Teilnahmebereitschaft. Es bedeutet Verständnis für die Gefühle eines anderen Menschen aufzubringen und dessen persönliche Befindlichkeiten wahrzunehmen und auch darauf einzugehen. Ist letzteres gegeben, ist die Chance vergleichsweise hoch, dass ein erstes Zusammentreffen zwischen Amelos/Mancophilen und Menschen mit einer Körperbehinderung seine Fortsetzung finden kann. In diesen Fällen kann es auch gelingen, wenn hinreichende persönliche Sympathien, Interessen und Übereinstimmungen in allen anderen Lebensbereichen vorhanden sind, eine stabile und wunscherfüllende Partnerbeziehung aufzubauen und weiter zu führen. Lebenspläne lassen sich oft genug aneinander angleichen, abstimmen, zur Deckung bringen. Partnerschaft ist ein andauernder Prozess der gegenseitigen Annäherung, des Gebens und des Nehmens und des Austausches. Erst recht, wenn große persönliche Sympathien und Liebe ins Spiel kommen, wird immer mehr möglich sein, als man je gedacht hätte. Und wiederum ist festzuhalten, dass all dies nichts Spezifisches darstellt, was unmittelbar mit einer besonderen Vorliebe und Neigung zu tun hat. Ebensowenig mit dem Vorhandensein eines Handicaps. Es sind allgemeine menschliche Verhaltensgrundlagen welche allüberall, wenn Menschen zusammenkommen, zu einem gedeihlichen Miteinander beitragen können.

 

 

Über die Schwierigkeiten und Besonderheiten beim Kennenlernprozess zwischen Amelos/Mancophilen und Menschen mit einer Körperbehinderung

oder

Niemand mag mich, weil ich ein Amelo bin!

 

Viele Menschen mit amelotatistischer/mancophiler Vorliebe, die sich dazu entschlossen haben es zu wagen und reale Kontakte zu knüpfen zu versuchen, haben bei diesem Schritt am meisten Angst vor einer Ablehnung schon zu Anfang des Kennenlernprozesses. Es ist sicherlich auch nachvollziehbar, dass es nicht unbedingt aufbauend oder motivierend ist, eine Zurückweisung bereits beim ersten Kontaktversuch mit einer/m, ihrer Neigung entsprechendem/r, Partner/-in erleben zu müssen. Es ist der berühmt-berüchtigte Sprung ins kalte Wasser, bei dem es sich im ungünstigsten Fall auch um eine Eisfläche handeln kann. Dabei verhält es sich hierbei aber im Grunde genommen auch wieder nicht anders, als es beim Kennenlernen zwischen nichtbehinderten Menschen ebenso der Fall ist. Und doch gibt es hier einen gewissen Unterschied dabei: Tatsache ist, es kann ja wirklich vorkommen, wegen seiner speziellen Vorliebe, und nur wegen dieser, auf Ablehnung zu stoßen. Versuchen wir einmal, uns verschiedene Konstellationen vorzustellen und mit welchen möglichen (Erst)reaktionen einer Frau mit einer Behinderung beispielsweise zu rechnen ist, wenn sie von einem Mann, mit der von ihm geoffenbarten Eigenschaft „amelotatistische/mancophile Neigung“, als möglichen Partnerkontakt angesprochen oder angeschrieben wird:

 

- Sie ist empört und blockt diesen Kontaktversuch sofort in schroffer Weise ab, weil sie es als arge Zumutung empfindet, als vermeintlich geeignetes Lustobjekt wegen ihrer Eigenschaft als behinderte Person betrachtet zu werden. Z. B. weil sie schon ungute Erfahrungen hierzu gemacht hat und/oder sich nicht auf ihre Eigenschaft „Behinderung“, als scheinbar einzig relevante Eigenschaft, reduzieren lassen will. Diese Reaktion kann jedoch auch völlig unabhängig davon stattfinden, ob tatsächlich eine Reduktion beabsichtigt war oder nicht. Hierbei kann auch die Einstellung zum eigenen Handicap, also die Eigensicht dieser Person, eine große Rolle spielen. Wer sich selbst bzw. sein Handicap ablehnt, sich selbst als ungenügend oder als nicht attraktiv empfindet, hat es naturgemäß sehr schwer zu akzeptieren, dass andere diesen Umstand genau andersherum betrachten können. Ein Umstand, wie er verschiedentlich von Menschen mit einer Behinderung selbst so geschildert wird. Auf letzteres wird in Folge noch näher einzugehen sein.

 

- Sie lehnt die weitere Fortführung der Kontaktaufnahme ab, weil sie von ihm nicht gleich zu Beginn über seine Vorliebe in Kenntnis gesetzt wurde. Besonders dann, wenn sie im Verlauf der Kontaktaufnahme von selber darauf kommt, wenn er versucht hat, es zu verschweigen oder nicht den Mut aufgebracht hat, es von sich aus anzusprechen. In diesem Fall ist es ein mangelndes Vertrauen, was stets die Möglichkeiten eines Kennenlernens und einer Beziehungsentwicklung erheblich beeinträchtigt oder gar völlig zum Scheitern bringt.

 

- Sie lehnt einen weiteren Kontakt ab, weil sie es als untragbar empfindet sich mit einem Menschen zu verbinden, der durch seine besondere erotisch-sexuelle Vorliebe bedingt, zu einer gesellschaftlich nicht allgemein akzeptierten Randgruppe zählt. Sie will nicht in einem doppelten Sinn stigmatisiert werden, einerseits in ihrer Eigenschaft als Person mit einer körperlichen Behinderung und andererseits dazu noch mit einem Partner liiert sein, der ebenfalls zu einer nicht anerkannten sozialen Gruppe gehört.

 

- Sie fällt zuerst einmal aus allen Wolken, weil sie vorher noch nie etwas von dieser Sache gehört hat und diese Veranlagung nicht einordnen kann, was diese alles beinhalten und welche Konsequenzen daraus erwachsen könnten. Sie verspürt eine große Unsicherheit, ob der kontaktsuchende Mann sie nur als Menschen mit einer Behinderung begehrt oder nur wegen ihrer Behinderung, was ja einen nicht unwesentlichen Unterschied im Zusammensein bedeuten kann.

 

- Sie schaut sich die ganze Sache (und den betreffenden Kerl natürlich auch) erstmal skeptisch-kritisch an, und prüft, ob und was draus werden könnte. Bei dieser Haltung spielt ihre mehr oder weniger offene Einstellung zu den Dingen des Lebens, zu ihrem Verhältnis zur eigenen Behinderung und zu ihrem Zugehen auf andere Menschen eine wichtige Rolle. Hier besteht zunächst ein dynamisches und situationsbestimmtes Verhältnis zum weiteren Fortgang des Kennenlernens und es steht keineswegs fest, was daraus werden wird. Der kontaktsuchende Mann hat es hierbei, durch sein Verhalten bewirkt, mehr in der Hand, als bei den vorhin geschilderten Fällen, ob und wie es weitergehen kann. Die Situation ist weitgehend ergebnisoffen und die gegenseitig empfundene oder nicht empfundene Sympathie und Übereinstimmung in den vielen anderen Lebensbereichen und bei gegenseitigen Wünschen entscheidet letztlich den Fortgang der Angelegenheit.

 

- Sie lässt sich darauf ein, weil sie ein neugieriger und/oder toleranter Mensch ist und evtl. in dieser Hinsicht schon mal positive Erfahrungen machen konnte und der betreffende Mann ihr als Mensch und männliches Pendant zunächst einmal als nicht als uninteressant erscheint. Auch hier findet sich eine offene Entscheidungssituation, die entweder in eine tiefere, emotional getragene Beziehung mündet oder eben nicht.

 

- Sie lässt sich darauf ein, weil sie in dieser Hinsicht schon mal positive Erfahrungen machen konnte und sie sogar ganz bewusst nur mehr einen Mann mit dieser Handicapbedingten Vorliebe als Partner kennenlernen möchte. Dies ist zwar ein eher seltener Fall, der aber bereits als vorkommend berichtet worden ist. Es hängt dabei nur mehr davon ab, ob der betreffende Mann ihr als Mensch und männliches Pendant als nicht als uninteressant erscheint und er sie ebenso attraktiv und begehrenswert findet. Auch hier findet sich eine offene Entscheidungssituation, die entweder in eine tiefere, emotional getragene Beziehung münden kann oder nicht.

 

Natürlich finden sich, neben den genannten Beispielen, auch noch etliche weitere mögliche Reaktionsmöglichkeiten. Die Chancen für eine gelingende Partnerschaft mit dem/der so lange ersehnten Wunschpartner/-in scheinen zumindest in den zuletzt genannten Fallbeispielen noch am besten zu sein. Denn die Vorliebe für eine bestimmte körperliche Eigenschaft wird nicht als Ablehnungsgrund gesehen. Die vielen anderen möglichen menschlichen Facetten und persönlichen Wesensmerkmale spielen der beteiligten Personen dabei eine wesentlich bestimmendere Rolle. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass es höchstwahrscheinlich sogar eine Grundvoraussetzung für eine Partnerschaft zwischen den genannten Beteiligten ist, dass jede/r von ihnen sich mit seiner „besonderen“ Eigenschaft im Reinen befindet.

 

Was die Selbstakzeptanz betrifft, so kann man hier sogar von einer fast spiegelbildlichen Situation sprechen. Ein Mensch mit einem körperlichen Handicap, welcher sich damit in einer persönlich schwierigen und psychisch nicht vollends abgeklärten Lage befindet, der mit seiner Behinderungssituation hadert und sich durch die behinderungsbedingten Einschränkungen der vielfältigsten Art als über die Maßen belastet und beansprucht sieht, wird verständlicherweise kaum in der Lage sein können, positiv auf einen anderen einzugehen, der sich ihm mit amelotatistischen/mancophilen Hintergrund zu nähern versucht. Wer sich zudem aufgrund seiner körperlichen Erscheinung selbst als unattraktiv, unansehnlich oder gar häßlich betrachtet, ist schlicht überfordert es zu verstehen, zu tolerieren oder zu akzeptieren, wenn unversehens jemand auftaucht, der ausgerechnet diesen Umstand als geradezu anziehend und interessant findet. Hier können Gefühle stark verletzt, ja sogar Aggressionen und spontane Ablehnung generiert werden. Die Gründe dafür können sich z. B. im Vorhandensein eines tief sitzenden Traumas aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls, in lang anhaltenden Leiderfahrungen manifestieren, in bereits erlebten menschlichen Enttäuschungen aufgrund unangepassten Umgangs mit der Behinderung durch Mitmenschen finden. Es ist kaum ernsthaft abzustreiten, dass das Eintreten einer körperlichen Versehrtheit (Amputation, Lähmungen usw.) in der Regel gegen den Willen der betroffenen Person dieser aufgezwungen wurde und zuerst einmal in deren Lebenswelt und -wirklichkeit integriert werden muss. Ähnliches gilt für Personen, welche bereits von Geburt an ein körperliches Handicap zu ertragen haben. Es ist meist ein schmerzlicher, schwieriger und länger andauernder Prozess, der mehr oder weniger alles an Kräften der betreffenden Person fordert, sowohl in psychischer, als auch in physischer Hinsicht. Erst dann, wenn es die betreffende Person erlernt und geschafft hat, mit allen diesen Umständen umzugehen und zu sich gefunden hat, ergeben sich Chancen, sich selbst und die Welt auch wieder mit anderen Augen zu sehen und andere Wahrnehmungsebenen zu erreichen.

 

Ähnliches gilt für die Menschen mit amelotatistisch/mancophil geprägter Vorliebe. Auch hier gibt es welche, die sich mit sich selbst und ihrer Vorliebe/Neigung in einer psychischen Konfliktlage befinden. Sie haben zwar ihre besondere erotische Veranlagung der sie einerseits Raum geben und sie ausleben wollen, aber andererseits quält sie deswegen ein schlechtes Gewissen, sie schämen sich deshalb, sie wollen „eigentlich anders“ sein, haben Angst damit auf Ablehnung zu stoßen, wie es oben ausführlicher beschrieben wurde. Sie wollen auf der einen Seite einen näheren Kontakt zu den Menschen, die ihrer Vorstellung nahe kommen oder entsprechen, andererseits wagen sie es aber nicht, sich diesen zu nähern, weil sie Angst von Zurückweisung haben, nicht wissen, aufgrund ihrer Scheu, wie sie auf jemanden mit einer Behinderung unbeschwert zugehen könnten oder weil sie mit den Bedingtheiten ihrer eigenen erotischen Vorliebe selbst nicht zurechtkommen.

 

Ein gelingendes Zusammentreffen oder gar harmonische Partnerschaften zwischen Menschen, welche unter den eben genannten Vorzeichen und Lebensumständen leben, scheint ziemlich ausgeschlossen zu sein. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass es hier eher zu persönlichen Verletzungen, Unverständnis, Irritationen und Konflikten kommen kann. Es dürfte auch relativ wenig Sinn für die Beteiligten haben, in dieser Situation miteinander auf einer rein sachlich-rationalen Ebene diskutieren zu wollen. Denn für beide beteiligten Seiten ist das Thema so hoch emotional aufgeladen und derart mit persönlichen Ressentiments und Vorstellungen verknüpft, dass eine Übereinstimmung, selbst auf niedrigem Niveau, praktisch als nicht erreichbar erscheint. Der Mensch mit amelotatistischer/mancophiler Neigung muss daher lernen, es zu tolerieren und akzeptieren, dass er deswegen von mancher/m Menschen mit einer Behinderung als Partner/-in nicht erwünscht ist. Die Gründe dafür können naturgemäß sehr verschieden sein. Penetrantes Nachhaken ist hier jedenfalls unangemessen und bringt nichts, außer Ärger und Frustration für beide.

 

 

Elefanten im Porzellanladen

 

Es scheint mitunter wirklich so zu sein: amelotatistisch/mancophil veranlagte Menschen, in diesem Fall ist hauptsächlich wieder von Männern die Rede, gestalten die erste Kontaktaufnahme zur ersehnten Partnerin teils sehr unbeholfen oder unglücklich. Das kann aber nicht pauschal und als in jedem Fall gültige Tatsache so behauptet werden. Es kommt, wie bei jedem anderen Kennenlernprozess auch, sehr darauf an, wie der betreffende Herr sich benimmt, wie sensibel er mit dem gesamten Themenkomplex „Behinderung“ umgeht und auf welche Person er trifft. Es spielt sicher eine wichtige Rolle, wie er sich selbst darstellt, wie er auf die Befindlichkeiten der möglichen Partnerin eingeht, wie er mit ihr kommuniziert, wie offen und authentisch er den Kontaktversuch gestaltet. Entscheidend ist letztlich, was er und sie eigentlich voneinander erwarten, welche gemeinsamen Ansichten, Interessen sie teilen können etc. Patentrezepte für das Gelingen hierzu sind jedoch nicht bekannt. An sich findet hier jedoch nichts wesentlich anderes statt, als bei allen anderen Kontaktaufnahmen zwischen Menschen ohne „besondere Eigenschaften“ auch.

 

Nur wiederum nicht ganz, weil das Bestehen einer körperlichen Behinderung natürlich ein bestimmender biographischer Umstand ist, der das gesamte Leben einer Person teils sehr tiefgreifend verändert hat und oftmals nicht leicht zu bewältigen ist. Dies alles gilt es für den Kontakt suchenden Amelo/Mancophilen zu berücksichtigen, welcher daher vielleicht doch größeres Einfühlungsvermögen einbringen sollte, als es beim Kennenlernen einer Person ohne Handicap der Fall ist. Ohne damit der anderen, körperbehinderten Person aber wiederum eine besondere Rolle oder ein besonderes Schonungsbedürfnis im Sinne einer „Sonderbehandlung“ zuzuschreiben. In diesem Punkt sind Menschen mit einer Behinderung nicht zu unrecht besonders sensibel und reagieren dementsprechend empfindlich. Denn ein Mensch mit einer Behinderung möchte so gesehen und respektiert werden, wie alle anderen auch und nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. „Die Würde des Menschen ist unteilbar und unantastbar“ heißt es und dies sollte sich auch im Verhalten und im direkten Kontakt der Protagonisten niederschlagen. Es ist ein Balanceakt, wie vieles andere im Leben ebenso.

 

Es stellen sich dennoch wieder Fragen: z. B. ob der im Laufe der Zeit aufgebaute Druck, nun endlich eine Person mit der passenden Behinderung zu finden, wirklich so überwältigend groß sein kann, dass manche Amelos/Mancophile die einfachsten Regeln zwischenmenschlicher Kommunikation und evtl. auch vornehmer Zurückhaltung beim Kennenlernen unbedacht und unversehens in den Müllkasten werfen. Wenn man einen anderen Menschen kennenlernen möchte, welcher die gesuchte Eigenschaft besitzt, kann man es da nicht erwarten und sich zuerst einmal selbst persönlich etwas näher zu beschreiben versuchen? Und auch die andere Seite menschlicher Existenz etwas näher kennen lernen zu wollen, bis man dann, bei passender Gelegenheit, zum „amelointeressanten“ Teil vorstößt? Wo bleiben hier Charme und Eloquenz? Auf der Strecke! Es ist ja verständlich, dass die Details eines Handicaps für einen Amelo eine höchst aufregende Sache sind, und natürlich darf darüber auch gesprochen werden, klare Sache. Aber muss man dabei gleich mit der Eingangstüre samt Fassade ins Haus fallen? Warum fällt es vielen so verdammt schwer, sich hier wenigstens ein wenig entspannter und gelassener zu benehmen? Ist ihnen nicht bewusst, dass sie sich hiermit selbst ihre Chancen schwer beeinträchtigen oder gänzlich verbauen, mit einer der so begehrten, lang ersehnten, aber naturgemäß selten anzutreffenden, möglichen Partnerinnen zusammen zu treffen und mit ihr gemeinsam eine Bekanntschaft, Freundschaft oder Beziehung zu entwickeln?

 

Die weiter oben angesprochenen Ängste einerseits und lang gehegte, aber unerfüllte Wünsche andererseits, machen es oft einem amelotatistisch/mancophil veranlagten Menschen besonders schwer, überhaupt noch locker und unbefangen eine Partnersuche nach der ersehnten, aber selten anzutreffenden, Traumfrau zu beginnen. Erst recht dann, wenn er sich selbst mit sich und seiner Eigenschaft/Neigung nicht gründlich auseinandergesetzt und kritisch hinterfragt hat und wenn er keine positiv-konstruktive Haltung zu dieser Frage entwickelt hat. Weil es naturgemäß die erwünschten Partner/-innen nur in geringer Anzahl gibt und ein Aufeinandertreffen daher so selten ist, steigt natürlich im Laufe der Jahre der Druck, hier doch endlich einmal zum Zuge zu kommen. Mancher Amelo ist oft jahre- oder gar jahrzehntelang auf der Suche. Ungünstigenfalls kann es dann im „Ernstfall“ dazu kommen, dass der ursprünglich harmlose Partnerwunsch für ihn ein Riesending wird.

 

Beim erstmaligen Treffen mit der so lange entbehrten Traumfrau kommt dann alles ins Rutschen, die Dämme vornehmer Selbstbeherrschung brechen zusammen, der Anstand verabschiedet sich unversehens, die evtl. nötige Zurückhaltung hält sich selbst zurück. Der bis dato bestehende emotionale Stau bricht sich Bahn, bei dem jahrelang gehegte persönliche Wunschvorstellungen und ihnen widersprechende Lebenswirklichkeit in Konflikt standen. Alte Ängste einerseits, die drängenden Sehnsüchte nach der „richtigen“ Partnerin mit der „richtigen“ Eigenschaft (hier eine, wie auch immer geartete, körperliche Erscheinung) andererseits haben zwar reizvolle, aber unrealistische, weil kaum je erfüllbare, erotische Phantasien generiert, die nun ans Licht drängen. Falsche, wirklichkeitsfremde oder nicht vorhandene Vorstellungen von einem zusammen Leben mit einem Menschen mit einer Behinderung geraten mit dem, nun an sich geforderten angemessenen Umgang mit den teils damit einhergehenden alltäglichen Beschränkungen, in Konflikt. Die Sensibiltät für die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Partnerin geraten ins Hintertreffen und dies alles zusammen bildet ein schier unentwirrbares Problemknäuel. Dies führt fast zwangsläufig zu psychischen Problemhaltungen, welche bei dem endlich doch gewagten Kontaktversuch unweigerlich zu Irritationen führen, zur persönlichen Niederlage oder gar Katastrophe werden können. Dies dann schlimmstenfalls für beide Beteiligten. Aber genau das sollte versucht werden zu vermeiden. Dies mag alles etwas überspitzt klingen, beschreibt aber ziemlich genau das, was leider häufig geschieht. Natürlich bestätigen etliche Ausnahmen auch hier wieder die Regel. Die eigene Vorliebe/Veranlagung wird bei manchen Amelos/Mancophilen jedenfalls zu einer persönlichen Hauptsache stilisiert  was sie im allgemeinen Leben aber nicht ist und auch nicht sein sollte. Und bei einer Kontaktaufnahme dreht sich dann von seiner Seite aus alles nur noch um dieses Thema, was jedoch zwangsläufig in die Irre führt.

 

Das Vorgenannte ist vermutlich auch einer der Gründe dafür, warum nur ein kleiner Teil der mancophil veranlagten Menschen (ca. 7% lt. Erhebung von I. Martin: 2009) sich überhaupt eine reale Partnerschaft mit einem Menschen mit einer Behinderung vorstellen können oder auf einen echten Kontakt eingehen wollen oder dies bereits ernsthaft versucht haben. Der überwiegende Teil der amelotatistisch/mancophil veranlagten Menschen betreibt lieber Kopfkino und lebt seine Phantasien zuhause im stillen Kämmerlein aus. Das erspart natürlich weitere Überlegungen und Selbstreflexion über sich und sein Verhalten.

 

 

Rosinenpickerei ist jedenfalls nicht gefragt – das wahre Leben

 

Wurde vorhin festgestellt, dass für ein Zusammentreffen und Partnerschaften von Amelos und Körperbehinderten mehr oder weniger die selben menschlichen Grundwerte und Verhaltensparameter zutreffen, wie bei allen anderen Menschen auch, so gibt es dennoch, wie schon angedeutet, ein paar Besonderheiten die nicht zu ignorieren sind. Tatsache ist jedenfalls, dass eine Beziehung, Freundschaft oder eine Partnerschaft mit einem Partnerteil mit einem Handicap dadurch bedingte spezifische Auswirkungen im täglichen Leben für den anderen Teil haben kann. Auch, dass dies evtl. besondere Anforderungen oder auch gewisse Einschränkungen oder Anpassungen der eigenen Entfaltungsvorstellungen mit sich bringen kann, ist an sich eine Binsenweisheit. Dennoch ist es angemessen hier wieder einmal darauf hinzuweisen. Darüber sollte sich jeder Mensch mit eindeutiger Vorliebe besser vorher schon ausgiebig Gedanken machen, sich diesbezüglich gut informieren und damit ernsthaft auseinander setzen. Vor allem sollte man sich nicht von den eigenen Wunschvorstellungen und nur vom äußeren Anschein eines Handicaps leiten lassen. Denn es gibt naturgemäß enorme Unterschiede in der Ausprägung der besonderen Umstände eines Handicaps und der sich dadurch ergebenden Anforderungen. Dies hängt letztlich von der jeweiligen Behinderungsform und von dem Menschen mit dieser Behinderung ab, wie dieser sich dazu verhält und sein Leben gestaltet bzw. gestalten will und kann.

 

Über Eines sollte der begehrende Amelo oder die schmachtende Ameline sich daher immer absolut im Klaren sein: heute ein bisschen schwerbehindert und morgen mal etwas leichter, übermorgen gar nicht - das gibt es im echten Leben kaum. So wie es in einem anderen Beitrag in einem anderen Forum einmal anklang, „... den EIN-AUS-Knopf für´s Handicap hat man noch nicht erfunden“. Wie wahr, wie wahr. Der Eindruck besteht jedenfalls, dass folgende Umstände bei manchen Amelos gerne einfach teilweise oder sogar völlig ausgeblendet werden: Die Aus- und Nebenwirkungen von körperlichen Behinderungen, von denen auch in diesem Forum meist die Rede ist (Amputationen, Dysmelien, Conterganfolgen oder Lähmungen aller Art usw.), können sich zwar von Tag zu Tag verändern, aber das Handicap als Solches bleibt immer bestehen. Die Frau mit Beinprothese oder mit Krücken, der Mann mit Paraplegie im Rollstuhl - sie können nicht davon Urlaub machen oder mal kurz ´ne Pause einlegen, wenn sie eben die Schnauze voll haben. Oder der amelotatistisch veranlagte Partner mal mehr Action fordert. Quälende Phantomschmerzen, hartnäckige Dekubituswunden, chronischer Rückenschmerz, Depressionen, Nervenschmerzen oder was sonst noch alles vielfältiges Ungemach bereiten kann, das alles kommt wann, wie oft oder wie heftig es will. Beim Frühstück, beim Kaffeetrinken, in der Arbeit, im Urlaub, mitten in der Nacht, mitten im Poppen... usw. Partner zu sein bedeutet hier, das alles einfach so akzeptieren und aushalten zu können, zu müssen wie es ist. Alles wie es kommt mittragen zu helfen, so gut man es eben vermag, gehört nun zur (neuen) Lebenswirklichkeit des Partners. Und sei es, dass man seine Arbeit oder Freizeitbeschäftigung kurzfristig in die Ecke wirft, weil man gebraucht wird. Sei es auch, dass man ins Nebenzimmer verschwindet und den geliebten Menschen einfach in Ruhe lässt, weil er mit seinen Schmerzen im Hintergrund einfach seine Ruhe haben will. Eigentlich alles selbstverständlich, oder? Leider sehen es jedoch nicht alle so.

 

Jenseits erotischer Wunschvorstellungen oder sexueller Phantasien: etliche Amelos/Mancophile machen es sich vielleicht doch viel zu wenig bewusst, teilweise mangels eigener Erfahrungen, aus Scheu oder schlimmer noch, weil sie keine Lust dazu haben, was konkret das Zusammenleben mit einer/m Partner/-in mit Handicap alles beinhalten kann. Aber genau an diesem Punkt wird es im Rahmen einer Partnerschaft gefordert und ist es notwendig, den eigenen Lebensplan dementsprechend anzupassen oder umzustellen. Vor allem dann, wenn es um schwerere Behinderungen geht, wie z. B. mehrfache Amputationen, Menschen mit vierfacher Gliedmaßenschädigung durch Contergan, zentrale cerebrale oder langsam aber stetig voranschreitenden Lähmungen, Nerven- oder Muskelerkrankungen usw. Das können, je nach Ausprägung des Handicaps, diverse Beschränkungen der Mobilität sein, Hilfebedarfe im alltäglichen Leben, Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zuhause, in der Freizeit oder im Beruf etc. Manchmal ist es nicht viel, manchmal jedoch schon. Als potenziell zukünftiger (Lebens)Partner/-in eines Menschen mit einer körperlichen Behinderung tut man gut daran, sich bereits im Vorfeld (also vor einem Kennenlernen) mit all diesen Umständen möglichst zu befassen und auseinander zu setzen. Auch wenn man z. B. die Schmerzen oder anderen behinderungsbedingten gesundheitlichen Einschränkungen seines/seiner Liebsten nicht selbst durchleben muss, so ist man als Lebenspartner/-in dennoch der nächststehende Mensch und in begleitender Rolle. Es gibt sie nämlich, die menschliche, ethisch-moralische Verpflichtung, hier mit zu gehen und mit zu tragen. Soweit man es eben kann und der/die andere es will und/oder braucht. Er/sie darf und kann dies auch einfordern. Und dieses jeden Tag und jede Nacht. Auch wenn wir ansonsten in einer Spaßgesellschaft leben, die verbindliche Verhaltensweisen inzwischen nicht mehr unbedingt zu ihren Tugenden zählt. Auch und gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Wenn man/frau seine/ihre Partner/-in liebt, fällt das alles jedoch nicht so schwer, denn man tut dies alles ja gerne und von Herzen.

 

Es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang für jede/n welche/r sich einen Menschen mit einer körperlichen Behinderung als Partner/-in wünscht, für sich selbst einmal ein ausführliches Gedankenspiel zu machen: Man/frau imaginiere folgende Fragen: kann und will ich wirklich, ganz selbstverständlich und aus Überzeugung z. B. ohne Vorbehalte dazu stehen, z. B. mit meinem/r Partner/-in im Rolli ins Restaurant, Theater, Kino, Strand, Sauna, zu beruflichen Empfängen etc. zu gehen, ihn/sie in meinen Freundeskreis einzubinden, meiner Familie, meinen Eltern, den Arbeitskollegen vorzustellen, zusammen in den Urlaub zu fahren oder teils auf alles dies zu verzichten, weil es seine/ihre Gesundheit gerade mal wieder nicht erlaubt usw.? Es geht ja darum, wirklich das ganze Leben zu teilen und alle evtl. behinderungsbedingt bestehenden Umstände oder Beschränkungen mitzumachen, egal was dies auch sei. Ganz schlicht und einfach. Nochmal der Satz zur Erinnerung: Mit allen damit zusammenhängenden Konsequenzen und Begleiterscheinungen! Wie antwortest Du/antworten Sie darauf?

 

Aber hier beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz, denn, wenn man als amelotatistisch/mancophil veranlagter Mensch sich nur die Rosinen herauspicken möchte, sprich nur den schnellen erotischen Kick sucht, und den Alltag, die Bedürfnisse, Gefühle oder die Befindlichkeiten des/der Partners/-in aus Bequemlichkeit ausblendet, dann klappt´s eben meist nicht mit dem/der ersehnten Traummann/frau mit Handicap. Wie soll das auch gehen? Aber, wer die Tiefe des Lebens als Ganzes sucht, wird sich so auch nicht verhalten. Das wahre Leben spielt sich ja zum wenigsten Teil kuschelnd im Bett mit aufregenden erotischen Abenteuern ab. O.k., klar, man kann sich natürlich auf den egozentrierten Standpunkt stellen, wie es manche auch tun, dass der letztgenannte Umstand das Wichtigste für einen ist und man als amelotatistisch/mancophiler Mensch nur seine Neigung ausleben möchte, mit der passenden „Behinderung“ an seiner Seite. Oder man sucht sich neben einer bereits bestehenden Beziehung mit nichtbehindertem Partner mal „etwas ganz anderes für Nebenher“. Was allerdings wäre das, im Grundsatz betrachtet? Eine arg armselige und menschlich schäbige Haltung, ein tatsächliches Degradieren des/der Partner/-in zum Objekt und eine unakzeptable Art von Partialismus. Oder? Mit dergleichen Verhaltensweisen stellt sich der „allgemeine“ Amelo/Mancophile soz. selbst ins Schmuddeleckerl. Mit dieser Rosinenpickerei, gemäß dem Motto „Dein Stumpf ist mein liebstes Sexspielzeug - ansonsten ist mir alles andere eigentlich egal“, disqualifiziert sich sich ein Amelo an sich für jegliche Art von Partnerschaft. Ganz besonders mit einem körperbehinderten Menschen. Das eben beschriebene Verhalten stellt wesentliche kritische und sensible Punkte dar, die dringlich Berücksichtigung verlangen, wenn man seinem Gegenüber und letztlich auch sich selbst nicht Schaden zufügen will. Es gilt unter dem Vorzeichen der amelotatistischen/mancophilen Vorliebe, sich wirklich zu bemühen mit der Neigung, Veranlagung, mit den Phantasien und Wünschen in sozial verträglicher Weise umzugehen. Wenn einzelne aus der Gruppe der Menschen mit einer Körperbehinderung schon über den eigenen Schatten springen und einen Schritt auf die Menschen mit einschlägiger Neigung zugehen, indem sie ihre Bereitschaft signalisieren diese mit ihrer „komischen Vorliebe“ zu akzeptieren, dann ist es das mindeste, dass diese ihnen ebenso entgegenkommen. Indem sie auch deren Befindlichkeiten und Bedürfnisse in punkto Berücksichtigung bestimmter behinderungsbedingter Umstände wahrnehmen und darauf eingehen. Und zwar ohne besondere vorherige Aufforderung, wenn möglich.

 

Zudem wäre es äußerst fatal, sollte sich der kontaktsuchende Amelo/Mancophile auf den Irrweg begeben und sich die Meinung zu eigen machen, die Menschen mit einer Behinderung würden geradezu auf ihn warten oder als „natürliche Verbündete“ betrachten. In einer Forumsdiskussion war einmal eine Aussage mit dem Grundtenor zu lesen, dass die Frauen mit einer Amputation doch froh sein könnten, dass es solche Männer gebe, die sie gerade wegen ihrer besonderen Eigenschaft (Amputation) begehren würden. Denn sie hätten es doch ansonsten so schwer Partner zu finden. Da kämen die Amelos doch gerade recht. So hätten es diese Frauen doch gut und bräuchten sich wegen ihres Aussehens keine Sorgen mehr zu machen. Jedoch, das, was hier auf den ersten Blick in sich als so folgerichtig erscheint, ist in Wirklichkeit ein völliges Verkennen der Situation. Noch dazu mit einem ziemlich schrägen und verzerrten Blick auf Menschen mit einer Behinderung. Nicht diese sind es in Wirklichkeit, die Amelos brauchen (oder wollen), sondern es verhält sich genau umgekehrt. Amputierte Frauen kommen ganz gut ohne Amelos aus, letztere jedoch kaum ohne die ersteren. Wenn sich jemand partout nur „stumpfgeil“ geriert, wie dem Ausspruch eines Amelos zu entnehmen war, der meinte, man bräuchte doch nicht zu sehr auf die Bedürfnisse seiner Partnerin einzugehen, denn es wäre “...viel besser, unsere Fetische und Phantasien ungestört von den Alltagsproblemen unfreiwillig behinderter Menschen auszuleben“, dann braucht man sich in Folge nicht zu wundern, wenn die Menschen mit ihrer speziellen Vorliebe von den anderen Menschen mit einer Körperbehinderung vielfach als nicht hinreichend partnerschaftsfähig betrachtet werden. Es ist bitter so etwas zu hören und noch bitterer zu erkennen, dass diese Aussagen teilweise sogar zutreffen. Es hilft einem auch nicht wirklich viel, zu wissen, dass es im Gegensatz dazu etliche Paarbeziehungen gibt, bei denen es sich ganz anders verhält. Denn, „etwas bleibt immer hängen“ ... Alle diese Dinge sollten also von Menschen mit einschlägiger Vorliebe einer ganz besonders selbstkritischen Betrachtung unterworfen werden, da sich hier vielfache Kritik entzündet und dies teils sicher nicht zu unrecht.

 

 

Die andere Seite der Medaille

 

Dabei ist es, abschließend gesagt, nicht unwichtig an dieser Stelle zu erwähnen, auch um den Eindruck zu vermeiden, dass das Zusammenleben mit einem Menschen mit einer körperlichen Behinderung nicht nur und nicht ausschließlich von behinderungsbedingten Hindernissen und Problemen begleitet oder dominiert wird. Wir haben es einfach mit Menschen wie wir selbst zu tun. Nur eben mit einem Handicap. Die vorher angesprochenen Umstände spielen zwar wie beschrieben eine Rolle im Miteinander, jedoch darf man deshalb nicht annehmen, dass ein Handicap die alles beherrschende Hauptsache in einer solchen Beziehung ist. Ebenso wenig wie das Bestehen einer Vorliebe für eine andere Körperlichkeit bei dem nichtbehinderten Partnerteil der Dreh- und Angelpunkt für alles andere darum herum ist. Wenigstens sollte es das nicht sein. Zudem wäre es nicht angemessen, ja geradezu arrogant und herabwürdigend, Behinderte als „ewig leidende Personen“ zu sehen. Denn auch diese Sichtweise wäre bereits wieder ein Degradieren. Ebenso wie es diskriminierend ist, Menschen mit einer Behinderung erotisch-sexuelle Wünsche oder Gefühle abzusprechen, wie es bis vor nicht allzu langer Zeit hierzulande üblich war. Dieser Eindruck würde über die Beschaffenheit einer solchen Person, ihre Integrität, innere Qualitäten und die Ausgestaltung einer Beziehung sehr hinwegtäuschen und sie in einem völlig falschen Licht erscheinen lassen. Es haben sich lediglich zwei Menschen miteinander verbunden, von denen jeder ganz bestimmte, sicher nicht allgemein „handelsübliche“ Eigenarten bzw. Eigenschaften besitzt, wie sie beim Durchschnitt der übrigen Bevölkerung so nicht anzutreffen sind. Jeder der Beteiligten hat also „etwas Besonderes“, etwas nicht Alltägliches, in die Beziehung eingebracht. Etwas, was der jeweils andere nun toleriert, besser noch in Gänze akzeptiert und im Idealfall sogar lieb gewinnt bzw. liebenswert empfindet. Jeder liebt sein Gegenüber, so wie er/sie ist und nicht anders will man sich haben. Selbstredend, dass in einer funktionierenden zwischenmenschlichen Beziehung noch viele andere verschiedenste Interessen, Vorlieben, Einstellungen und Befindlichkeiten zum Tragen kommen, welche den Charakter dieser Beziehung prägen. Hier verschwimmen die Unterschiede zu anderen Zeitgenossen und ihren Beziehungen dann vollends, in denen das Thema Handicap und die Vorliebe dafür absolut kein Thema sind. Wie es in der Lebenspraxis auch anzutreffen ist, sind die Verläufe von Beziehungen zwischen körperbehinderten Menschen und ihren Liebhabern in etwa die selben wie bei allen anderen Mitmenschen ebenso. Wobei ich fast wieder am Ausgangspunkt angelangt bin mit der wiederholten Feststellung, dass es sich im zwischenmenschlichen Bereich bei Amelos/Mancophilen und Menschen mit einer körperlichen Behinderung, bis auf das Bestehen eines Handicaps und einer Vorliebe zu dieser Erscheinungsform, nicht viel anders verhält, als bei dem meisten anderen Zeitgenossen/-innen auch. Und wenn es so sein sollte, dann ist das auch gut so.

 

 

Was ist also „anständiges“ Benehmen bei Amelos?

 

Weil immer wieder von Behinderten oder Nichtbehinderten über diese „bösen Amelos/Mancophile“ geschimpft, gelästert und polemisiert wird: Manche von diesen haben wirklich Probleme mit sich und ihrer Vorliebe zurecht zu kommen. Sie benehmen sich daher gegenüber ihrer „Zielgruppe“ mitunter teils ziemlich seltsam, unsensibel, ja fordernd oder gar unverschämt. Es kommt dadurch zwangsläufig zu Irritationen, Verletzungen, Aggressionen und Zurückweisungen bei beiden beteiligten Seiten. Dies ist natürlich um so bedauerlicher, als sie damit auch den anderen, welche sich in diesem Zusammenhang bemühen sich besonnen und sozialverträglich zu verhalten, in gewisser Weise schaden. Über dieses Thema wurde auch schon vielfach diskutiert. Aber, wie man sich denken kann, blieb und bleibt es dabei bei Appellen. Mehr geht nicht. Die amelotatistisch/mancophil veranlagten Menschen sind insgesamt keine homogene Gruppe, weder organisiert noch sonstwie institutionell miteinander verbunden. Sie sind in breitem Spektrum quer durch die gesamte Bevölkerung einer Gesellschaft anzutreffen. Man kann letztlich nur immer wieder an die Vernunft und den guten Willen der Betreffenden appellieren, sich ihres Denkens, Schreibens und Tuns bewusster zu werden. Bestenfalls lassen sich Erfahrungen untereinander, aber auch, bei sich bietender Gelegenheit, mit Menschen mit einer Behinderung, austauschen, das ernste Gespräch suchen und eine konstruktive Auseinandersetzung betreiben. Der Erfahrung nach hat sich besonders Letzteres am meisten bewährt, wenn nämlich die von diesem Themenkomplex berührten Beteiligten miteinander sprechen und sich zuhören um voneinander zu lernen. Dazu dient nicht zuletzt auch diese Webseite.

 

Die Grundaussage der vorigen Überlegungen ist schlicht, dass wir uns alle in erster Linie als Mitmenschen betrachten sollten, die so sind, wie sie sind. Jeder von uns ist nur einer von ihnen, nicht besser oder schlechter, als die anderen, mit Stärken und Schwächen, Fehlern und Fähigkeiten. Mit dieser Vorgabe im Bewusstsein sollte es leichter fallen, auf andere authentischer und offener zugehen zu können und es praktisch keine Rolle mehr spielen, wer welche „besonderen“ Eigenschaften hat.

 

 

© 2013 ILC

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Hilfe zusammen mit zwei Frauen, jede auch mit Handicap (m. fachlichen Kompetenzen als Dipl.Soz.Päd./Dipl.Päd.SO, psychol./therap. Bereich), auf sachlich/thematische Korrektheit dankenswerterweise durchgesehen und durch wertvolle Hinweise ergänzt.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
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