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Pretender

To pretend, engl. = etwas vorgeben, so tun als ob

Pretender geben eine Behinderung vor und ziehen daraus ihre Erregung. Für Pretender ist es sehr wichtig nicht behindert zu sein, aber sie haben ein tiefes Bedürfnis zu verstehen und zu fühlen wie es ist eine Behinderung zu haben. Sie benutzen entweder einen Rolli, laufen mit Beinschienen oder Krücken. Die meisten Pretender geben ein fehlendes Bein oder einen fehlenden Arm vor. Die meisten Pretender benutzen regelmäßig ihr Equipment ausschließlich in ihren vier Wänden. Andere machen vielleicht einen kleinen "Spaziergang" im Freien. Das passiert oft nachts oder in einer fremden Stadt. Es wird unterschieden zwischen inaktiven Pretendern, die gerne pretenden würden, es aber noch nicht probiert haben und aktiven Prentendern, die das benötigte Equipment besitzen und es regelmäßig zu Hause oder, in einer weiteren Stufe, öffentlich benutzen. Es gibt mehr männliche als weibliche Pretender, sie werden auf eine Promille der Bevölkerung geschätzt.
Man nimmt an, dass eine kleine Anzahl der Pretender auch Amelotatisten sind.


Motive für das Pretenden

Durch das Pretenden können Männer und Frauen ihre Wannabe- Phantasien zumindest ein Stück weit ausleben.

Techniken
Pretender, die sich selber als querschnittgelähmt sehen, haben es in diesem Fall relativ einfach. Sie brauchen keine besonderen Techniken zu entwickeln. Einem Rollstuhlfahrer sieht man schließlich nicht an, ob er zu den Pretendern gehört.
Deutlich ausgefeilter sind die Techniken derjenigen, die eine Amputation simulieren. Vom einfachen Gürtel über elastische Binden bis hin zu mehreren Lagen Stützstrümpfen reichen die Techniken, mit denen Arme oder Beine hochgebunden werden.
Eine weitere Tarnung erfolgt mit entsprechenden Kleidungsstücken.
Einige Pretender schaffen es, über mehrere Stunden ihre Arme oder Beine hochzubinden.
Der Kick der Öffentlichkeit
Wohl kein Pretender möchte entlarvt werden. Für die meisten vollzieht sich das Pretenden daher in aller Heimlichkeit. Sie entwickeln alle möglichen Strategien, damit ihr „Spiel“ nicht entdeckt wird und haben sich Ausreden zurecht gelegt, falls sie die Existenz von elastischen Binden, Orthesen, Krücken oder Rollstühlen erklären müssen.
Für Andere wiederum gehört das pretenden in der Öffentlichkeit, und damit die Reaktion der Umwelt, zum „Spiel“ hinzu. „Es ist der totale Kick, wenn mich Leute mitleidig anschauen!“ Meist legen die Pretender dafür größere Strecken zurück und pretenden an Orten, wo die Gefahr, erkannt zu werden, nur gering ist.

Pretenden als erotisches Spiel
Durch das Internet haben sich die Möglichkeiten, einen Partner mit gleichen Vorlieben zu finden, deutlich erhöht. Einige Amelos suchen auch gezielt nach Frauen mit Wannabe-Phantasien zum gemeinsamen Ausleben der Neigungen. Ihnen ist der Umgang mit Wannabe-Frauen fast lieber, als mit real behinderten Frauen, da sich hier das schlechte Gewissen nicht einstellt. Das gemeinsame Pretenden entwickelt ich zum erotischen Spiel. PretenderInnen genießen das Begehrt-Werden. „Ich finde es total geil, so hilflos und ganz auf den Freund angewiesen zu sein und ich genieße es, dass ihn mein pretenden anmacht!“

Pretenden als Sucht
Pretenden kann alle Formen einer Sucht annehmen. PretenderInnen berichten von dem Verlangen, immer öfter und immer länger zu pretenden. Soweit es die Lebensumstände zulassen, verbringen einige einen großen Teil ihrer freien Zeit im Rollstuhl oder mit hochgebundenen Armen oder Beinen. Dieses suchtartige Verlangen darf nicht automatisch mit BIID gleichgesetzt werden, auch wenn sehr häufiges und sehr intensives Simulieren einer Behinderung auf BIID hindeuten kann.
Und um noch einmal den Vergleich zur Transsexualität heran zu ziehen:
Das starke Verlangen, ständig in den Kleidern und damit in die Rolle des anderen Geschlechts hinein zu springen, bedeutet keineswegs zwangsläufig, dass man auch eine Geschlechtsumwandlung möchte.

Vorbehalte
Während behinderte Frauen und Männer Amelos und Amelinen zumindest zu einem gewissen Grad Verständnis entgegen bringen können, stößt das Pretenden (genauso wie das Wannabe-Phänomen und BIID) in aller Regel auf massive Ablehnung.

Häufig wird angeführt, dass Pretender beispielsweise zu unrecht Behindertenparkplätze in Anspruch nehmen würden. Solche Fälle mag es geben. Auch gibt es Pretender, die es genießen, wenn Ihnen als Rollifahrer oder vermeintlich Amputierter die Tür offen gehalten wird. Aber eine ganze Reihe von Pretendern, wenn sie überhaupt außerhalb der Wohnung pretenden, achten schon sehr gezielt darauf, dass es zu solchen Situationen nicht kommt. Alleine schon, um das eigene Gewissen zu beruhigen.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
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