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Amelo Projekt

"Sebastian" hat dieses Schriftstück entworfen und mir zur freien Verfügung überlassen. Vielen Dank dafür! Sebastian hat seine Erfahrungen, die er im Laufe von circa vier Jahren im Chat gesammelt hat, in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellt.

Er nennt es das:

Amelo Projekt

Definition Amelotatismus:

Die Bezeichnung „Amelotatismus“ (Amelotatist, Amelotatistin) leitet sich vom griechischen a, „ohne“, melo, „Glied“, tasis, „Zuneigung“ ab. In der engeren Bedeutung des Begriffs bedeutet Amelotatismus also die Fixierung auf fehlende Gliedmaßen. Tatsächlich scheint eine Mehrheit der Amelotatisten auf diese Behinderungsart fixiert zu sein. Insgesamt aber ist das Phänomen viel komplexer.

So findet sich die Fixierung

• auf fehlende Körperteile (durch Amputation)
• auf fehlgebildete Körperteile (z.B. Dysmelien, Contergan-Schädigungen)
• auf Lähmungen, Spastiken
• auf orthopädische Hilfsmittel (z.B. Rollstühle, Prothesen, Orthesen, Korsetts, Krücken, Gips)

Deutlich seltener findet sich eine Neigung zu Sinnesbehinderungen, wie beispielsweise Blindheit, Taubheit oder Sprachbehinderungen.
Tabu scheint die Neigung zu Menschen mit geistigen Behinderungen zu sein. Zumindest wird eine solche Neigung in einschlägigen Internetforen und –groups nicht thematisiert.
Amelotatismus wird der Gruppe der Sexualfetische zugeordnet.

Für den Amelotatismus hat man unter anderem den Begriff Deformationsfetischismus geprägt, d.h. einen Fetisch bezogen auf den nicht perfekten Körper. Dieser Begriff findet aber sehr selten Anwendung.

Eine relativ deutliche Abgrenzung scheint es zwischen jenen Amelotatisten zu geben, die auf fehlende oder missgebildete Gliedmaßen fixiert sind, und jenen, die von Lähmungen angezogen werden.

Die zur zweiten Gruppe Gehörenden bezeichnen sich häufig nicht als Amelotatisten und verweisen auf die wörtliche Übersetzung. Allerdings fehlt für diese Form der Neigung ein eigener Fachbegriff. Notwendig ist ein solcher eigener Begriff aber auch nicht.

Allgemeine Deutung von Amelotatismus

Losgelöst von der wörtlichen Übersetzung versteht man heute unter Amelotatismus mehrheitlich die Zuneigung zu den unterschiedlichsten Formen von Behinderungen. In diesem weiter gefassten Sinne soll auch hier der Begriff „Amelotastismus“ benutzt werden. Unter dem Begriff Amelotatismus subsumieren sich somit ganz unterschiedliche Neigungen und Ausprägungen.


Amelos und Amelinen

Männliche und weibliche Amelotatisten bezeichnen sich selber häufig als „Amelos“ bzw. „Amelinen“. Diese Selbstbezeichnung wird hier übernommen. Sie sollte nicht als Verharmlosung oder Verniedlichung missgedeutet werden.


Devotees

Aus dem englischsprachigen Raum wurde der Begriff „Devotee“ übernommen, was soviel heißt wie „Verehrer“; in diesem Zusammenhang verstanden als der /die Verehrer/in von Menschen mit Handicap. Im deutschsprachigen Raum ist dieser Begriff zwar bekannt, wird aber weniger häufig benutzt. Diejenigen, die eher auf Lähmungen fixiert sind, benutzen manchmal bewusst den Begriff „Devotee“, um sich von den „Amelos“ abzugrenzen.
(„Ich bin nicht Amelo, ich bin Devotee!“)
Ganz korrekt ist diese Unterscheidung nicht.

Amelotatismus

-ein Begriff für viele Ausprägungen-

Mit dem Begriff „Amelotatismus“ wird ein Phänomen beschrieben, dass sich in vielen verschiedenen „Spielarten“ zeigt (siehe „Begriffserklärungen“).
So ergibt sich auf den ersten Blick ein verwirrendes und irritierendes Bild. Mit den nachstehenden Beschreibungen soll versucht werden, etwas Licht in dieses selbst für die Betroffenen weitgehend unbekannte Phänomen zu bringen.

Wodurch wird Amelotatismus ausgelöst?

Unfreiwillige Neigung

Bis heute findet sich kein Deutungsmodell, dass die Entstehung einer Amelo-Neigung überzeugend erklären könnte. Sicher ist wohl nur, dass sich kein/e Betroffene/r diese Neigung ausgesucht hat. So würden einige Amelos und Amelinen auch zu gerne den Schalter im Kopf finden, mit dem man diese spezielle Neigung abschalten könnte.

Beginn in der Kinder-und Jugendzeit

Die überwiegende Zahl der Betroffenen gibt an, dass die Neigung schon in der Jugendzeit, zum Teil schon vor der Pubertät, spürbar wurde, ohne dass man immer gleich das besondere Interesse an Behinderungen deuten konnte.
Die Pubertät ist also nicht der alleinige Auslöser, wenn auch mit der Pubertät das sexuelle Interesse am Handicap hinzu kommt.

Einige Wenige geben dagegen an, dass bei ihnen erst in späteren Jahren, oft durch den eher zufälligen Kontakt zu einem behinderten Partner, eine Amelo-Neigung entstanden wäre. Wobei auch dieser Personenkreis rückblickend bestimmte Anzeichen für eine amelotatistisches Interesse bereits in Kinderzeiten zu erkennen glaubt.

Schlüsselerlebnis

Diskutiert wird immer wieder die Frage, ob ein Schlüsselerlebnis in der Jugend zur Amelo-Neigung führte. So wird überlegt, ob die bewusste und intensive Wahrnehmung einer Person mit Behinderung in einem jungen Lebensabschnitt einer solche Prägung auslöst.
Ein größerer Teil scheint sich an ein solches Erlebnis erinnern zu können. Dabei ist jedoch nicht klar, ob es sich wirklich um ein auslösendes Schlüsselerlebnis handelt, oder nicht viel eher um ein erstes bewusstes Spüren der amelotatistischen Neigung.
Alleine scheint diese Erklärung nicht zu überzeugen, denn dann müsste die bewusste Wahrnehmung einer Behinderung bei viel mehr Kindern zu einer nachhaltigen amelotatistischen Prägung führen. Dies ist aber keineswegs der Fall.
Viele Betroffene können sich zudem auch an kein prägendes Erlebnis erinnern.

Verschiedene Auslöser für das Phänomen „Amelotatismus“ ?

Vermutlich gibt es nicht die eine, allein überzeugende Erklärung für die Ausbildung einer Amelo-Neigung. Wahrscheinlich können ganz unterschiedliche Ursachen hierzu führen.
Für diese Annahme spricht, dass sich auch ganz unterschiedliche Ausprägungen dieser Neigung finden, die man alle sehr unscharf unter dem Begriff „Amelotatismus“ zusammenfasst.


Gestörte Mutter-Sohn-Beziehung

Nach einem Modell wird die Amelo-Neigung auf eine stark gestörte Mutter-Sohn-Beziehung (bei Amelinen: Tochter-Vater-Beziehung) zurückgeführt. So könne der Amelo nur dann eine Frau in seiner Nähe ertragen, wenn diese durch ein Handicap stark eingeschränkt und damit nicht voll leistungsfähig bzw. dominant sein kann.
Dies mag eine Ursache sein. Allerdings finden sich auch zahlreiche Amelos bzw. Amelinen, die in durchaus guten Beziehungen mit nicht-behinderten Partnern leben. D.h., eine generelle Beziehungsstörung zum anderen Geschlecht liegt nicht zwingend als Begründung vor.
Auch können viele Amelos auf eine völlig normale Beziehung zu ihrer Mutter verweisen.

Fehlendes Selbstwertgefühl / Wunsch nach Dominanz


Ein ähnliches Deutungsmodell geht davon aus, dass Amelos über ein nur gering ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen und daher nur in Beziehungen leben können, bei denen sie selber als Nicht-Behinderter als der Dominantere bzw. Leistungsfähigere erscheinen können.
Tatsächlich finden sich Formen der Amelotatismus-Neigung, die diese Theorie stützen. Andererseits spricht gegen dieses Deutungsmodell, dass zahlreiche Amelos durchaus gefestigte Persönlichkeiten besitzen, beruflich erfolgreich sind und Tätigkeiten ausüben, die ein entsprechend selbstbewusstes Auftreten erfordern.

Helfersyndrom


Vielleicht ist auch das „Helfersyndrom“ Motiv für eine amelotatistische Neigung. Unter diesem Begriff subsumieren sich zwei Aspekte.
1. Gemäß diesem Verständnis bringt der Amelo der behinderten Frau große Fürsorge entgegen, um eigene Abhängigkeit abzuwehren. Dies entspricht der Vorstellung, dass der „Helfer“ (der Amelo) sich nur dann gut fühlt, wenn er der behinderten Frau große Fürsorge entgegen bringt.
2. Eine weitere, eng damit verbundene Deutung geht davon aus, dass der „Helfer“ damit jenes Idealbild von Liebe und Fürsorge (z.B. die Fürsorge der Familie) kompensiert, welches er selber in seiner Jugend nicht erfahren konnte.
Besonders weiblichen Amelotatisten wird eine solche Helfersyndrom-Neigung nachgesagt, ohne dass dies näher quantifiziert werden könnte.
Tatsächlich findet sich entsprechende Motive recht häufig. Amelotatisten/innen, die vermutlich dem Helfersyndrom zugerechnet werden können, entsprechen wohl dem Typ „Realo-Amelo“ (siehe unten) und weisen alle Formen von Gewaltphantasien oder Körperteil-Fetischismus (Partialismus) entschieden von sich.

Sadismus

Eine weitere Deutung sieht Amelotatismus als Spielart des Sadismus. Im medizinischen Sinne versteht man unter Sadisten Leute, die (sexuelle) Lust daran empfinden, andere Personen zu demütigen, zu unterdrücken oder Schmerzen zuzufügen. Manche geäußerte Phantasie entspricht diesem Modell.
Ebenso versteht man unter dem Begriff Sadismus auch die Neigung, an dem Leid Anderer Lust zu empfinden, ohne selber Verursacher diesen Leids zu sein. Tatsächlich finden sich in den amelotatistischen Phantasien entsprechende Anzeichen.
Typische Phantasien sind:
- die einseitig beinamputierte Frau, die ohne Krücken
gezwungen ist, sich hüpfend fortzubewegen
- die doppelt-beinamputierte Frau, die sich auf Händen
bewegen muss
- die gelähmte Frau, die über den Boden robbt

Führen unterschiedliche Auslöser von Amelotatismus
zu unterschiedlichen Amelo-Typen?


Auffallend ist, dass es wohl sehr unterschiedliche Ausprägungen von Amelotatismus gibt, die tatsächlich durch unterschiedliche Entstehungsgeschichten ausgelöst werden könnten.
Diese unterschiedlichen Amelotatisten-Typen sollen nachfolgend noch näher charakterisiert werden.

Formen des Amelotatismus


Wer sich in einschlägigen Foren oder Chatrooms umsieht, wird schnell feststellen, dass sich dort Leute mit ganz unterschiedlichen Phantasien und Charakteren zusammenfinden. Es wird schnell klar, dass es den Amelo bzw. die Ameline überhaupt nicht gibt. Unter dem Begriff „Amelotatismus“ werden vielmehr ganz unterschiedliche Ausprägungen zusammengefasst. Um das Phänomen Amelotatismus aber zu verstehen, ist das Erkennen dieser Unterschiede von Bedeutung. Allerdings stellt sich die Frage, wie man die unterschiedlichen Ausprägungen des Amelotatismus beschreiben kann.


ModellAmelo-Skala


Vielleicht gelingt eine erste Beschreibung mit dem Modell einer Skala.
Würde man alle Amelos und Amelinen wie auf einer Skala nebeneinander aufstellen, und gemäß der Ausprägung ihres Fetisch nach Stärke und Dominanz sortieren, dann würden am einen Ende Jene stehen, die sich heftig gegen jeden Vorwurf, „Fetischisten“ zu sein, wehren würden. Sie stellen bei sich eher ein verstärktes Interesse an den unterschiedlichsten Behinderungsformen fest, ohne dass dies irgendwelche Auswirkungen auf ihr reales Leben darstellt.
Am anderen Ende der Skala stünden dann Jene, deren amelotatistische Neigung von sadistischen Phantasien gegenüber Menschen mit Behinderungen geprägt sind, die ihren Fetisch real ausleben wollen und deren Alltag in starkem Maße von amelotatistischen Phantasien beherrscht wird.
Zwischen diesen weit auseinander liegenden Polen sind die verschiedensten Spielarten feststellbar.

Bei aller Unterschiedlichkeit stellt man aber doch gewisse Strukturen fest. So soll im Folgenden versucht werden, vier „Muster-Amelos“ zu charakterisieren. Dabei ist natürlich klar, dass ein solches Modell eine holzschnittartige Vergröberung darstellt. Aber manchmal dient die Vergröberung auch der Verdeutlichung.

Der Schönwetter-Amelo

Schönwetter-Amelos zeichnen sich durch ein eher naives Bild von der behinderten Partnerin aus. Die Behinderungen (Amputation oder Lähmungen) und deren Auswirkungen werden verklärt. Idealbild ist das Topmodell, dass durch einen tragischen Unfall ein Bein verloren hat, dies aber nach einer kurzen Reha-Phase als hoch erotisch empfindet und natürlich ohne jegliche Einschränkungen aktiv und leistungsfähig ist.
Jegliche Gedanken, dass Behinderungen auch mit psychischem Leid, Einschränkungen, Ausgrenzungen, Schmerzen und Folgeerkrankungen verbunden sein könnten, werden ausgeblendet. Im harmloseren Fall ist dies einfach nur naive Unkenntnis. Im anderen Fall ist es Ignoranz und Desinteresse.
Nun ist es jedem Amelo unbenommen, sich in seinen Phantasien die Traumfrau seiner Wahl zu „backen“. Äußerst problematisch wird es, wenn „semi-aktive“ oder „aktive“ Amelos (siehe unten) diese sehr verengte und beschönigende Sicht auch im realen Kontakt zu Behinderten Menschen zeigen.
So wird recht häufig die behinderte Frau nur als „Freizeitpartnerin“ zum Ausleben der Amelo-Neigung gesucht.
Reale Beziehungen sind häufig zum scheitern verurteilt. Zum einen, wenn man merkt, dass die Phantasien mit der Realität kaum überein stimmen oder man nicht wirklich zu einer behinderten Partnerin steht.

Der Realo-Amelo

„Realo-Amelos“ wehren sich heftig gegen den Vorwurf, ähnlich den „Schönwetter-Amelos“ eine naive oder verklärte Sicht zu besitzen und als „stumpfgeil“ bezeichnet zu werden Sie zeichnen sich durch großen Realitätssinn aus und sehen die Beziehungen, bei aller Zuneigung zur Behinderung, sehr rational. Ihnen ist sehr klar bewusst, dass die Zahl der Beine nicht über die Qualität einer Beziehung entscheiden kann.
Realo-Amelos besitzen oft eine erstaunliche Fachkenntnis, die daher rührt, dass sie sich oft über lange Zeit mit den verschiedensten Aspekten der Behinderung auseinander setzen. Sie wissen beispielsweise über Phantomschmerzen ebenso detailliert Bescheid, wie über die Behandlung von Dekubitus.
Vermutlich ist bei „Realo-Amelos“ in erster Linie das „Helfer-Syndrom“ prägend, d.h. man sucht einen Partner, dem man seine ganze Fürsorge zukommen lassen möchte.
Beziehungen zwischen behinderten Personen und Realo-Amelos/Amelinen haben die größten Chancen auf Dauerhaftigkeit.

Der Partial-Amelo

Bei dem „Partial-Amelo“, benannt nach dem Partialismus-Phänomen, besteht eine starke (sexuelle) Fixierung auf einen Körperteil, Beim Amelotatisten sind dies natürlich jene Körperteile, an denen die Behinderung sichtbar wird. (fehlgebildete Gliedmaßen, Amputationsstümpfe, gelähmte Füße). Die „Lust“ stellt sich beim Betrachten besser noch Berühren dieser Körperteile ein.
Die Fixierung auf das behinderte Körperteil ist so stark, dass in der Szene hierfür der Begriff „stumpfgeil“ als Charakterisierung geprägt wurde. Tatsächlich findet sich bei diesem Amelotyp kein wirkliches Interesse an der Partnerin (an dem Partner). („Dem Kerl ist völlig egal, dass an dem Stumpf noch eine Frau hängt!“) Entsprechend problematisch entwickelt sich jede reale Beziehung.
Ebenso wie bei den „Schönwetter-Amelos“ scheinen Partial-Amelos zudem ständig neue Reize zu benötigen. Schnelle Partnerwechsel, besser „Objektwechsel“, sind daher häufig.

Der Sado-Amelo

Sado-Amelos verspüren „Lust am Leid“.
Die Lust muss dabei keineswegs konkreten Gewaltphantasien entspringen, sondern kann bereits aus der Hilflosigkeit der behinderten Frau erwachsen.
Beziehungen zu Sado-Amelos können extrem problematisch werden, wenn diese versuchen, ihre Phantasien real auszuleben. Diese können sich in realer körperlicher oder psychischer Gewalt äußern. Oder die sadistische Neigung zeigt sich in subtilen Handlungen, den behinderten Partner in Abhängigkeit zu halten.
Beziehungen zu „Sado-Amelos“ können extrem problematisch werden.

Von Allem ein bisschen?

Vermutlich wird nun Mancher für sich feststellen, dass er in keine dieser vier Schubladen exakt hinein passt. Vielleicht wird man sich von Grundsatz her schon als Realo-Amelo sehen aber zugeben müssen, die eine oder andere „sadistische“ Phantasie mit sich herum zu tragen. Es wird vermutlich also die verschiedensten Kombinationen geben, wie bei einem Cocktail:

80 % Realo-Amelo als Grundlage
10 % Partial-Amelo
(„Denn so ein Stumpf ist ja doch sehr schön“)
10 % Sado-Amelo
(„Ich mag es halt, wenn eine einbeinige Frau mühsam durch die Wohnung hüpft!“)

Vielleicht gibt es aber auch noch einen fünften und sechsten Typ und vielleicht muss auch zwischen männlichen und weiblichen Amelos unterschieden werden. Hier werden die – hoffentlich zahlreichen – Reaktionen und Rückmeldungen abzuwarten sein.

Ist Amelotatismus ein Fetisch?


Amelotatismus wird den Sexualfetischen zugerechnet. So kennt man beispielsweise Fetische:

• bezogen auf Körperteile (zum Beispiel Füße, Po, Busen, Penis, Haare)
• bezogen auf Körpermerkmale (zum Beispiel Hautfarbe, Mandelaugen)
• bezogen auf Materialien (zum Beispiel Leder, Lack, Latex, Gummi)
• bezogen auf Gegenstände (zum Beispiel Schuhe, Stiefel, Strümpfe, Strumpfhosen, Windeln, Turnhosen)

Bei Amelotatisten findet sich häufig die Fixierung auf eine sehr spezielle Behinderungsart, auffallend oft zum Beispiel eine einseitige Oberschenkelamputation. Dabei kann schon ein zu langer oder zu kurzer Stumpf dazu führen, das der sexuelle Reiz deutlich schwächer ausfällt. Bei Anderen wiederum ist das Interesse „breiter“ und es zeigt sich eine Zuneigung zu den verschiedensten Arten von Körperbehinderungen.
Aber ist diese Affinität zu Behinderungen ein Fetisch?
Die eine Gruppe wird zustimmen. („Klar ist das ein Fetisch von mir!“). Andere wiederum fühlen sich völlig missverstanden. („Ich interessiere mich halt dafür. Aber ich bin doch kein Fetischist!“)
Was stimmt denn nun?
Ein schneller Blick bei Wikipedia:
„Als Fetischismus - von lat. facticius, (nachgemacht) bzw. facere (machen), in der Folge von port. feitiço (Zauberei, Hexerei) bzw. dem Adjektiv feitiço (unecht, künstlich, nachgemacht) - wird im Bereich der Sexualität eine Fixierung auf einen unbelebten Gegenstand, den so genannten Fetisch bezeichnet. Dieser dient als Ersatzobjekt für den gewöhnlichen Sexualakt mit Partner und stellt dabei die wichtigste oder einzige Quelle sexueller Erregung dar.“
Diese Definition greift in soweit nicht, als beim Amelotatismus natürlich nicht um unbelebte Gegenstände geht. Tatsächlich aber gibt es Formen von Amelotatismus, wo die Behinderung (z.B. der Stumpf, die gelähmten Beine) die wichtigste oder gar einzige Quelle der sexuellen Erregung darstellen.
Andere Amelos und Amelinen bestreiten heftig, dass der Fetisch bei ihnen so tief greift.

Medizinisch-psychologische Bedeutung

Während man früher jede Form von Fetisch als behandlungswürdig ansah, werden heute im medizinisch-psychologischen Sinne nur noch jene Formen als krankhafter Fetisch behandelt, bei denen die sexuellen Phantasien zu dranghaften Verhaltensweisen führen, unter denen der Betroffene oder aber auch andere Personen leiden.
Die reine Fixierung auf ein Handicap wird im medizinisch-psychologischen Sinne heute nicht mehr als Fetisch bezeichnet.
Konkret bedeutet dies, dass es zwar durchaus Formen von Amelotatismus gibt, die als (krankhafter) Fetisch bezeichnen werden können bzw. müssen, aber längst nicht alle. Amelotatismus ist also nicht zwangsläufig ein Fetisch.

Fetischszene


Diese medizinisch-psychologische Definition von „Fetisch“ entspricht jedoch nicht allgemeinem Sprachgebrauch.
In der Fetischszene wird die bloße „Neigung“ als Fetischismus bezeichnet, auch wenn die / der Betreffende nicht darunter leidet und auch wenn sie nicht die dominante Sexualpräferenz ist.
Im Fetischismus wird hier eine legitime und gleichberechtigte sexuelle Spielart gesehen, die nicht geheilt oder behandelt werden muss.

Umgangssprachliche Bedeutung

Während die Fetischszene also die betreffenden Neigungen als „Spielart“ umschreiben, wird umgangssprachlich der Begriff „Fetisch“ allerdings meist abwertend gebraucht, und zwar insbesondere auch für Neigungen, die nicht der allgemeinen gesellschaftlichen Norm entsprechen.
Die Frage ist nun, wer diese gesellschaftlichen Normen definiert.

Partieller Fetisch versus kompletter Fetisch

Man unterscheidet zwischen partiellem und komplettem Fetisch.
Partieller Fetisch: die sexuelle Erregung wird durch den Fetisch nur erleichtert,
Kompletter Fetisch: ohne Fetisch wird kein Orgasmus erreicht

Phantasie oder reales Verlangen?

Wahrscheinlich werden in jeder Nacht Legionen von Schwiegermüttern auf bestialische Weise um die Ecke gebracht und tausende von bekannten Musikern oder Schauspielern auf offener Bühne vergewaltigt.
Die Menge der intimsten Phantasien ist wahrscheinlich nicht zählbar. Nicht einmal dem eigenen Lebenspartner kann man hinter die Stirn blicken und erraten, welche heimlichen Phantasien ihn oder sie bewegen. Wie soll man auch erfahren, dass der seriöse Kollege am Nachbarschreibtisch sich die attraktive Arbeitskollegin häufig nur in Dessous und Highheels vor dem PC sitzend vorstellt?
Besonders dramatisch und lebensbestimmend müssen sich solche Phantasien nicht auswirken. So kann die Frau, die regelmäßig davon träumt, mit George Clooney an einem Strand in der Karibik wilden Sex zu treiben, trotzdem mit einem kleinen kaufmännischen Angestellten aus Bottrop eine glückliche Beziehung führen.
Längst nicht aus jeder Phantasie erwächst reales Verlangen. So werden auch amelotatistische Phantasien auf ganz unterschiedliche Weise ausgelebt. Wenn also vom Amelotatismus-Phänomen gesprochen wird, so muss zwischen passiven, semi-aktiven und aktiven Amelos bzw. Amelinen unterschieden werden.

Passive Amelos

Bei „passiven“ Amelos sind die Phantasien reines „Kopfkino“. Die Zuneigung zu Menschen mit Behinderung spielt sich alleine in der Phantasie ab und äußert sich höchstens in einem verschämten Blick, wenn man eine Frau oder einen Mann mit entsprechender Behinderung zufällig sieht.
Die Gründe für dieses „passive“ Verhalten sind vielfältig. Einige sehen ihre amelotatistische Neigung als harmlosen „Tick“, der ihr Leben kaum beeinflusst. Andere verhalten sich aus Scham sehr passiv.

Semi-aktive Amelos

Durch die Angebote des Internets haben die Möglichkeiten, die amelotatistischen Phantasien auszuleben, deutlich zugenommen. So finden sich im Internet heute recht leicht Bilder und Filme, an die man in Vor-Internet-Zeiten nur schwer heran kam. Von denen man oft gar nicht wusste, dass sie sehr versteckt unter der Ladentheke einschlägiger Anbieter vertrieben wurden.
Auch ist es nun möglich, dass sich Männer und Frauen mit amelotatistischer Neigung recht risikolos in Foren und Chatrooms anmelden können, da hier die Anonymität weitgehend gewahrt bleiben kann. In der Regel weiß das soziale Umfeld nichts von der Neigung.
Für semi-aktive Amelos kommen Realkontakte, weil diese einem Outing gleichkommen würden, nicht in Frage.

Aktive Amelos

„Aktive“ Amelos und Amelinen wollen reale Kontakte. Für sie ist die Amelo-Neigung lebensprägend und soll keineswegs Phantasie bleiben. Sie werden aktiv, um im Internet oder noch viel besser, im „real life“ Beziehungen zu Menschen mit Behinderungen aufzubauen.
Die Strategien, die „aktive Amelos“ wählen, um den Partner ihrer Träume zu finden, reichen von „naiv“, „anständig und ehrenwert“ oder „moralisch verwerflich“ bis „hochgradig kriminell“.

Wieviele Männer und Frauen mit Amelotatismus-Neigung gibt es?


Natürlich gibt es keinerlei verlässliches Zahlenmaterial.
Wie soll man auch zu solchen Daten kommen, wenn die Neigung fast vollständig geheim gehalten wird?
Einige Hinweise liefert vielleicht das Internet.
Bei Yahoo finden sich zahlreiche einschlägige Groups, in denen sich Männer und Frauen mit amelotatistischer Neigung entsprechend austauschen (s.u.).
Deutschsprachige Groups verzeichnen um die 4000 Mitglieder. Die überwiegend englisch-sprachigen Groups, die aufgrund der geringeren Sprachhürden Mitglieder aus der ganzen Welt aufweisen können, besitzen bis zu 10.000 Mitglieder.
Im Diskussionsforum amputee.ultraboard.ch sind um die 500 aktive Poster angemeldet, wobei es sich hier nicht ausschließlich um Amelos und Amelinen handelt. Die Zahl der stillen Mitleser ist natürlich deutlich höher.
Eine Quelle benennt, dass wohl jeder 1.000-ste in der Bundesrepublik eine amelotatistische Neigung besitzen würde. Dies wären immerhin 80.000. Diese Zahl wird aber durch keine Erhebung gestützt.

Ist Amelotatismus ein Männerproblem ?

Aufgrund des fehlenden Zahlenmaterials ist diese Frage nur schwer zu beantworten.
Es scheint aber so, dass zum weit überwiegenden Teil Männer eine Amelo-Neigung zeigen. Schätzungen gehen von ca. 90 % aus. Dies entspricht zumindest den Beobachtungen in einschlägigen Chatrooms und Foren. Andere Stimmen behaupten, dass der Anteil der Frauen insgesamt deutlich höher läge.
Klarer zu fassen ist das einschlägige Internet-Angebot. Die amelo-orientierten Seiten wenden sich fast ausschließlich an männliche hetero-sexuell orientierte Amelos, d.h. sie zeigen fast ausschließlich Frauen mit Handicap. Deutlich weniger Internet-Angebote haben einen homosexuellen Hintergrund. Seiten, die sich speziell an heterosexuelle Amelinen wenden, finden sich dagegen nur sehr wenige, was von den weiblichen Amelos beklagt wird.

Sexuelle Orientierung

Wenn also in diesem Text überwiegend von männlichen Amelos berichtet wird, die auf Frauen mit Handicap fixiert sind, dann geschieht dies nur deshalb, weil dies sprachlich einfacher ist und dem scheinbaren Regelfall entspricht.
Tatsächlich finden sich unter dem männlichen und weiblichen Amelotatisten alle geschlechtlichen Orientierungen.

Geisteskrankheit oder Intelektuellenproblem?

Ist Amelotatismus eine Geisteskrankheit?
Einige Darstellungen in den Medien scheinen diese Auffassung zu vertreten. Viele Amelos und Amelinen haben tatsächlich Angst, aufgrund ihrer speziellen Vorliebe und Zuneigung zu behinderten Menschen als geisteskrank eingestuft zu werden. Noch viel extremer ist diese Angst bei den Wannabes und BIID-Betroffenen ausgeprägt.
Sie fühlen sich völlig verkannt.
Bemerkenswert ist, dass sich in Foren und Chatrooms auffallend viele Amelos und Amelinen mit akademischer Ausbildung zu Wort melden. Dabei sind dies keineswegs „verkrachte Existenzen“, sondern oft gefestigte Persönlichkeiten in einem normalen gesellschaftlichen und sozialen Umfeld und mit beruflichem Erfolg.
Diese Beobachtung führte bereits zu der These, dass es sich bei dem Amelotatismus-Phänomen um ein Intelektuellenproblem handele. Es ist aber fraglich, ob dies wirklich so zutrifft. Sicher ist, dass Männer und Frauen mit akademischer Ausbildung eher dazu neigen, ihre eigene Situation in Foren und Chatrooms selbstkritisch zu hinterfragen.

Sind Amelotatisten pervers?

Kommt drauf an, wie man den Begriff „pervers“ deutet.
Hier soll wieder das online-Lexikon Wikipedia weiterhelfen. (Die Zitate wurden am 18.4.2007 entnommen.)
Perversion, (lat. perversio „die Verdrehung, die Umkehrung“) bezeichnet eine stark bis sehr stark den vorherrschenden Moralvorstellungen, häufig im Bereich des Trieb- und Sexualverhaltens, entgegenwirkende Tat.
Amelotatismus weicht sicherlich stark von den „vorherrschenden Moralvorstellungen“ ab. Von daher ist Amelotatismus sicherlich eine „perverse“ Neigung. Viele Amelos würden aber eine Einstufung als „pervers“ weit von sich weisen, denn Wikipedia weist mit Recht darauf hin:

Heute wird es als Schimpfwort für befremdendes Verhalten benutzt.

Andererseits spüren Amelos ja selber, dass ihre Neigung „befremdend wirkt“ sprich: „kaum erklärbar“ ist. Dass das Wort „Perversion“ als Schimpfwort benutzt wird, macht die Sache nicht leichter. Schon schwieriger ist die Deutung der folgenden Feststellung:
In der Psychologie steht der Begriff für eine sexuelle Bedürfnisstruktur und die daraus hervorgehenden Verhaltensweisen. Diese weichen von dem als gewöhnlich geltenden Geschlechtsleben konstant erheblich ab. Vor allem dadurch, dass die Personen im Grunde keine Partnerschaft anstreben, sondern lediglich ihren Sexualtrieb befriedigende Reize suchen.
Den vorstehenden letzten Satz wird sicherlich ein Teil der Amelos weit von sich weisen. Tatsächlich stellt sich aber die Frage, ob wirklich eine Partnerschaft angestrebt wird, oder letztlich nur sexuelle Triebe befriedigt werden wollen.
Vielleicht hilft hier die nachstehende Feststellung weiter:
Deviation
Alle Versuche, die Ursachen der Perversion somatisch oder psychologisch zu erklären, blieben unbefriedigend, ebenso getätigte Therapieversuche. Die gängige Auffassung löst sich immer mehr von moralisierender oder pathologischer Einschätzung der Perversion und bevorzugt den wertfreien Terminus Deviation (lat. deviatio: Abweichung), zumal die Perversion bei sonst völlig intakten Persönlichkeiten zu finden ist.
Amelotatismus ist sicherlich als Deviation zu bezeichnen.

Scham, Isolierung und Outing

Lonely-Wolf-Feeling

Besonders jene Amelos und Amelinen, die in der Vor-Internet- Zeit aufgewachsen sind, waren lange Zeit der Auffassung, dass sie die einzigen Menschen auf der Welt seinen, mit einem so merkwürdigen „Tick“.
Woher sollten Sie wissen, dass es sich bei ihren Phantasien um eine Neigung handelt, die auch Andere in gleicher Weise verspüren?
Obwohl die Betroffenen ihre Neigung kaum erklären und einordnen konnten, spürten sie aber doch schon zu Kinder- und Jugendzeiten, dass es sich um Phantasien handelt, die im Familien- und Bekanntenkreis auf keinerlei Verständnis stoßen würden. Man lebt in der Angst, für geisteskrank und pervers gehalten zu werden. Dies bewirkt, dass fast alle Amelos und Amelinen ihre Neigung vor der Umwelt verschweigen. Selbst der Lebenspartner weiß nur in den seltensten Fällen von der Neigung.
Durch das Internet gibt sich immerhin die Chance, ein wenig mehr über die eigene Neigung zu erfahren. Überhaupt nichts ändert das Internet mit seinen Foren, Websites und Chatrooms aber an dem Schamgefühl und dem permanent schlechten Gewissen.

Schamgefühl

Die meisten Amelos und Amelinen sehen recht selbstkritisch, dass sie gerade durch jene Dinge Lust erfahren, durch die Menschen mit Handicap in ihrem Leben behindert werden, Ausgrenzung erfahren oder Schmerzen erleiden. Handicaps sind im öffentlichen Bild negativ besetzt. Sie werden im gesellschaftlichen Konsens nicht mit Schönheit und sexueller Potenz in Verbindung gebracht. Im Gegenteil.
Viele Amelos - natürlich in unterschiedlich starker Ausprägung - leiden daher zumindest unterschwellig unter einem permanent schlechten Gewissen. Sie spüren den ständigen Widerspruch ihrer Neigung und suchen in einzelnen Fällen verzweifelt nach dem Schalter im Kopf, mit dem man diese Neigung abschalten kann.
Zumindest aber ist dieses schlechte Gewissen und die klare Vorstellung, dass die eigene Neigung keinerlei gesellschaftlichem Konsens entspricht, ein wesentlicher Grund dafür, dass Amelos und Amelinen ihre Neigung vollständig geheim halten.
Das Gefühl, mit niemandem über die eigenen Sehnsüchte sprechen zu können und einen Teil der Persönlichkeit ständig geheim halten und unterdrücken zu müssen, verspüren fast alle Amelos und Amelinen.
Die eine Gruppe geht damit recht locker um. („Es muss ja nicht jeder wissen, was für einen Tick ich habe!“). Andere leiden unter diesem Druck.

Outing

Mit der Durchsetzung des Internets haben sich verschiedene Foren und Chatrooms gebildet, in denen Betroffene erstmalig anonym über ihre Neigung sprechen können, ohne sofort geächtet zu werden. Diese Möglichkeit wird von Vielen als Wohltat und Entlastung empfunden. Allerdings ist für die Allermeisten auch in diesen Foren und Chatrooms die Anonymität Grundvoraussetzung. Dabei wollen zumindest einige Amelos und Amelinen eigentlich aus der Illegalität und Anonymität heraus. So wird in der Amelo-Szene auch regelmäßig darüber diskutiert, ob sich Amelos und Amelinen outen sollten.

Vergleich mit Homosexualität

Bewusst wird der Vergleich zur homosexuellen Szene gezogen und darauf hingewiesen, dass auch die Schwulen und Lesben viele Jahrzehnte benötigt hätten, bis sie sich aus der Illegalität lösen konnten bzw. durften und Homosexualität nicht mehr als Straftatbestand verstanden wurde. Man nimmt interessiert zur Kenntnis, dass sich in der Zwischenzeit z.B. Schauspieler, Entertainer oder Politiker offen zu ihrer Homosexualität bekennen dürfen, ohne dass wirkliche Repressalien zu befürchten wären. („Und das ist gut so!“)

In der Amelo-Szene findet sich die Auffassung, dass die Amelos und Amelinen diesen Weg noch vor sich hätten. Die Frage ist dann nur, wie man diesen Weg einschlagen soll.
Sollen die Betroffenen sich zahlreich outen und so die Gesellschaft zwingen, sich mit dem Tabu-Thema Amelotatismus zu beschäftigen? Oder soll man doch lieber warten, bis die allgemeine Toleranz zugenommen hat, so dass ein Outen nicht mehr so schwer fällt?

Outing gegenüber dem nicht behinderten Partner

Die Frage ist natürlich, was man sich von solch einem Outing erwartet.
Das Ende des Versteckspiels?
„Was soll das denn bringen, wenn man seiner schwarzhaarigen Frau eingesteht, dass man eigentlich von blonden Frauen träumt?“
Tatsächlich erwarten die wenigsten Amelos und Amelinen von ihren Partnern Verständnis.
„Und dann kann man es auch gleich lassen!“
Tatsächlich gibt es nur sehr Wenige, die sich in ihrem sozialen Umfeld als Amelotatisten geoutet haben. Einige trafen auf Verständnis, bei Anderen endete das Outing in einem völligen Beziehungsdesaster.

Outing gegenüber dem behinderten Partner

Besonders schwierig wird es für Männer und Frauen mit amelotatistischer Neigung, die mit behinderten Partnern zusammen leben. Sie spüren, dass es eigentlich der Redlichkeit entspricht, seine Neigung zuzugeben. Längst aber nicht alle haben sich geoutet. Interessanterweise haben wohl insbesondere die „Realo-Amelos“ die größten Hemmungen, ihre Neigung einzugestehen.
„Wenn sie erfährt, dass ich ihren Armstumpf besonders hübsch finde, drückt sie mich sofort in die perverse Ecke und unsere Beziehung bricht auseinander!“

Unerfüllte Sehnsucht

„Die Busen-Fetischisten haben es gut. Überall sieht man Frauen mit dicken Titten!“
Dieser Spruch, der so locker daher kommt, beschreibt auf sehr direkte Weise ein Grundproblem der Amelotatisten. Die Chance, die Traumfrau zu finden, ist äußerst gering.
Bereits das Sehen bzw. Beobachten („sighting“) einer behinderten Frau, die den persönlichen Vorstellungen entspricht, wird als seltenes Erfolgserlebnis betrachtet. Der Wunsch nach realen Kontakten bleibt vielen Amelos verwehrt.
Arg wird die Situation für jene Amelos, die der Auffassung sind, nur mit einem behinderten Partner glücklich werden zu können. Sie spüren natürlich, dass die Chance, die Traumfrau ihres Lebens – die zudem auch noch die Liebe erwidern muss – extrem gering ist.
Einige verfallen mit den Jahren in Depression. Andere versuchen – auch mit zum Teil sehr unlauteren Mitteln – doch noch zum Ziel zu gelangen.

Partialismus: Große Oberweite oder Beinstumpf?

„Der Eine mag Frauen mit blonden Haaren, ich eben Frauen ohne Beine!“
Diesen Satz hört man – fast trotzig ausgesprochen – sehr häufig. Was soll den daran schlimm sein, dass man ein bestimmtes körperliches Merkmal beim Partner besonders anziehend findet?
Unter dem Begriff „Partialismus“ finden sich tatsächlich die unterschiedlichsten Vorlieben, zu Haaren (in bestimmten Längen und Farben), Beinen, Füßen, Pos oder Brüsten. Männliche und weibliche Amelos ordnen sich hier selber ein. Nach ihrer Auffassung ist der einzige Unterschied, dass ihre Zuneigung eben sehr speziellen Körperteilen wie beispielsweise Stümpfen oder gelähmten Beinen gilt.
Sie beklagen, dass der Liebhaber großer Oberweiten seine Neigung öffentlich ausleben darf, höchstens vielleicht als ein wenig „spinnert“ gilt, aber sonst keinerlei gesellschaftliche Ächtung zu befürchten braucht.
Geradezu mit Unverständnis reagieren Amelos, dass die unterschiedlichsten Partialismus-Fetische beispielsweise durch die Möglichkeiten der Mode oder der Schönheitschirurgie sogar gefördert werden, Sei des, dass Haare verlängert oder gefärbt, Beine durch Highheels betont oder Brüste durch Pushup-BHs oder operative Vergrößerungen aufgepumpt werden, Männer, die sich zu XXL-Frauen hingezogen fühlen, dürfen dies am Stammtisch und im Fernsehen ausleben, während Amelos, die einbeinige Frauen schön finden, in die perverse Ecke geschoben werden.
Dabei ist zumindest vielen Amelos und Amelinen insgeheim klar, dass es einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen der Liebe zu langen Beinen und Amputationsstümpfen gibt.

Ist nur das Gesellschaftsbild falsch?


Werden Amelos und Amelinen nur deshalb in die perverse Ecke gedrängt, weil das Bild vom behinderten Körper in der Gesellschaft negativ besetzt ist?
In den letzten Jahren stellen sich immer wieder Menschen mit Handicap für Photoshootings und Filmaufnahmen zur Verfügung, um zu belegen, dass man auch trotz Behinderung attraktiv sein kann. Sie wollen unter anderem damit erreichen, dass ein körperliches Handicap nicht sofort zur Ausgrenzung führt und damit auch ein Stück das Bild von der Behinderung in der Öffentlichkeit verändern.
Mit diesem Ansatz rennen sie bei den Amelotatisten natürlich weit offen stehende Scheunentore ein. Amelos und Amelinen wollen gleich ausrufen:
„Wir haben dieses Bild vom Handicap als Makel nicht.“
„Für uns ist eine Behinderung nichts negatives.“
„Wir finden Männer und Frauen mit Behinderung attraktiv.“
Um so irritierter reagieren die Amelos dann, wenn ihnen entgegen gehalten wird: „Ihr seid ja bloß stumpfgeil!“

Wollen Amelos therapiert werden?


Schwer zu sagen.
Die Frage ist zur Zeit eher theoretischer Natur, denn es gibt weder eine ernsthafte Forschung zu diesem Thema, geschweige denn erprobte Theraphieansätze.
Aus dem Umgang mit anderen Fetisch-Arten weiß man aber, das Therapien nur in sehr begrenztem Maße zum Erfolg führen. „Erfolg“ würde in diesem Fall bedeuten, dass der Amelotatist das Interesse am Handicap verliert und aus der Beschäftigung mit dem Handicap keine „Lust“ mehr gewinnt.
Aber einen solchen Therapiebedarf sehen die meisten Amelos und Amelinen bei sich wohl nicht. Mancher Amelo verspürt allerdings, dass er seine Neigung wohl kaum wird ausleben können. Daher wünschen diese sich, dass jemand den „Schalter im Kopf“ findet, mit dem diese Neigung abgeschaltet werden kann.

Beziehung zwischen Amelotatisten und nicht behinderten Partnern


Können Männer und Frauen, die eine spürbare amelotatistische Neigung besitzen, eine normale Beziehung zu nicht behinderten Partnern aufbauen?
(Wenn in den folgenden Beispielen stets von dem Mann mit Amelo-Neigung die Rede ist, der eine Beziehung zu einer behinderten Frau sucht, dann geschieht dies nur deshalb, weil dies wohl den Regelfall beschreibt. Gleiches gilt natürlich auch für Frauen mit Amelo-Neigung sowie schwule und lesbische Paare.)
In allen Fällen kommt es wohl drauf an, zu welchem Typ die Männer und Frauen mit amelotatistischer Neigung gehören.


Typ „Trenner“

Der „Trenner“ unterscheidet sehr genau zwischen seinen heimlichen Phantasien und dem „real life“. In aller Regel weiß niemand in seinem sozialen Umfeld von seinen geheimen Phantasien. Und dies soll auch weiterhin so bleiben.
Der Trenner sieht seine amelotatistische Neigung als „Tick“. Dieser hindert ihn nicht daran, zu einer nicht behinderten Partnerin eine völlig normale Beziehung aufzubauen.
Leidensdruck entsteht für ihn nicht.

Typ „Träumer“

Der „Träumer“ besitzt eine deutlich ausgeprägte Sehnsucht nach einer behinderten Partnerin. Er hat unterschwellig ständig das Gefühl, dass sich mit der nicht behinderte Partnerin nicht die vollständig innige Liebesbeziehung einstellen kann, die er sich in seinen Phantasien ausmalt. Ständig hat er das Gefühl, einen Teil seiner Persönlichkeit nicht ausleben zu können.
Besonders wenn Beziehungen zu nicht behinderten Partnern in eine Krise geraten, sind „Träumer“ schnell geneigt, die Ursache in der amelotatistischen Neigung zu suchen. So scheint sich das Gefühl zu verstärken, dass nur durch die Beziehung zu einer behinderten Frau sich die erhofften bzw. vermissten Glücksgefühle einstellen.
So kann es vorkommen, dass jahrelange Beziehungen zu nicht behinderten Partnern plötzlich scheitern, ohne das die Partnerin den wahren Grund erfahren wird.

Typ „Sucher“

Der „Sucher“ kann sich eine Beziehung zu einer nicht behinderten Frau überhaupt nicht vorstellen. Jede Beziehung zu einer nicht behinderten Frau ist daher für ihn nur eine Notlösung und kann niemals Erfüllung darstellen.

Beziehung zwischen Amelotatisten und behinderten Partnern

Können Beziehungen zwischen Amelos/Amelinen und behinderten Partnern funktionieren?
Die Bewertungen behinderter Frauen reichen von:
„Ein Amelo ist das Beste, was einer behinderten Frau passieren kann. Endlich fühle ich mich so angenommen, wie ich nun mal bin!“
bis zu:
„Amelos sind ja wohl das durchgeknallteste und perverseste, was ich je erlebt habe!“

Was stimmt denn nun?
Beides!
Fakt ist, dass es Beziehungen gibt, die sehr glücklich sind. Andere enden schnell in einem totalen Desaster.
Nun gibt es unzählige Gründe, warum eine Beziehung scheitert. Hier kann es natürlich nur um den amelotatistischen Aspekt gehen.
Vorstehend wurden verschiedene Amelo-Typen holzschnittartig charakterisiert.


Realo-Amelos


Die beste Prognose, soweit eine solche überhaupt möglich ist, haben Beziehungen mit „Realo-Amelos“. Sie gehen keineswegs naiv in eine Beziehung und wissen, dass die Zahl der Beine nicht beziehungsbestimmend sein kann.


Schönwetter-Amelos

„Schönwetter-Amelos“ besitzen ein eher verklärtes Bild von den Auswirkungen eines Handicaps. Dies kann naiv sein oder die Schattenseiten werden bewusst verdrängt.
Wirklich feste Beziehungen stellen sich selten ein, da man sich dann auch mit dem Alltag des behinderten Partners auseinander setzen müsste. Bevorzugt werden Zweitbeziehungen und eher oberflächliche Kontakte.
Betroffene Frauen, die sich mit „Schönwetter.Amelos“ eingelassen haben, beklagen die oft völlig fehlende Loyalität. Sie fühlen sich als Freizeit-Objekt missbraucht, aber spüren, dass sie als Lebenspartnerin nicht gewollt sind, weil der Amelo letztlich vor den vermuteten Reaktionen der Umwelt zurück schreckt.
(„Na? Hast wohl keine Andere mitbekommen!“)


Partial-Amelos

Partial-Amelos sind ausschließlich auf den behinderten Körperteil (Stumpf, gelähmte Beine) fixiert und suchen hier ihre (sexuelle) Befriedigung. Eine ernste Beziehung wird oft nur vorgeschoben. Entsprechend schmerzhaft verlaufen entsprechende Kontakte: „Den Kerl interessiert überhaupt nicht, dass an dem Stumpf noch eine Frau hängt!“


Sado-Amelos

Wenn sadistische Vorstellungen dominieren und ausgelebt werden wollen, dann können solche Beziehungen gefährlich werden. Dabei müssen sich sadistische Neigungen (die „Lust am Leid“) keineswegs in physischer Gewalt äußern. Oft sind es sehr subtile Maßnahmen, den behinderten Partner in Abhängigkeit zu halten. Solche Beziehungen müssen in einem Destaster enden.

Woran erkennt man denn nun, mit welchem Amelo-Typ man es zu tun hat?
Dies ist mehr als schwierig.
Angeblich sind 70 % aller Auskünfte über die eigene Person in Dating- und Flirtchatrooms wenn schon nicht gelogen, dann doch zumindest geschönt.
So erweist sich der unabhängige Single, der ewige Liebe schwört, irgendwann als verheirateter Familienvater, der lediglich eine „Zweitbeziehung“ für das Ausleben seiner Phantasien sucht.
Aber dieses Zurechtbiegen der Realität ist keineswegs ein alleiniges Problem amelotatistischer Chatrooms.

Ambivalentes Verhältnis

Wenn es also tatsächlich so ist, dass eine Reihe von Amelos und Amelinen gar nicht beziehungsfähig sind, dann müssten Diejenigen, die Frauen und männer mit Behinerungen vor Beziehungen mit Amelos und Amelinen laut warnen, doch im Recht sein.
Tatsächlich ist das Verhältnis aber ambivalent.
Es gibt eine zunehmende Zahl behinderter Frauen (und Männer), die insbesondere über das Internet gezielt die Nähe zur Amelo-Szene suchen, weil sie dort jene Aufmerksamkeit finden, die ihnen in anderen Foren und Chatrooms nicht entgegen gebracht wird.
„Wenn ich in normalen Flirt-Chatrooms erzähle, dass ich im Rolli sitze, wird der Kontakt sofort abgebrochen!“
„Männer sehen mich doch überhaupt nicht als Frau. Die sehen nur meine Krücken!“
In einschlägigen Foren und Chatrooms verwandelt sich dies in das Gegenteil:
„Ich genieße es schon, dass ich hier endlich mal im Mittelpunkt stehe und bewundert werde!“
„Endlich habe ich wieder das Gefühl, begehrt zu werden!“


Chatrooms

Geradezu irritiert sind Chatanfänger/innen, dass sie durch das Handicap, dass bisher stets zur Ausgrenzung führte, in der Amelo-Szene plötzlich im Mittelpunkt stehen. Sie nehmen verwundert zur Kenntnis, das Amelos sie nicht trotz sondern gerade wegen ihres Handicaps begehren. Schließlich entspricht eine solche Amelo-Haltung überhaupt nicht der Alltagserfahrung.
Besonders in der Anonymität des Internets genießen es daher behinderte Frauen, endlich im Mittelpunkt männlichen Interesses zu stehen.
Aber wie bei so vielem, hat dies sehr unterschiedliche Seiten.

Dating-Foren im Internet

In der Zwischenzeit werden bereits spezielle Dating-Foren für Menschen mit Behinderungen im Internet angeboten. Solche Foren ziehen Männer und Frauen mit Amelo-Neigung natürlich an, wie das Honigbrot die Bienen. Es wäre natürlich mehr als scheinheilig, wenn die Betreiber solcher Foren behaupten würden, dass dies nicht einkalkuliert wäre.
Welcher Mann (um beim Regelfall zu bleiben) meldet sich bei einem Flirt-Forum an, bei dem das Handicap das entscheidende Kriterium ist, wenn er keine amelotatistische Neigung besitzt?
Selbst wenn die Aussage stimmen würde, dass ca. 2/3 der Beiträge wenn schon nicht gefakt, dann zumindest nicht so 100-prozentig der Realität entsprechen, dann ist der Zuspruch doch verblüffend.


Hassliebe


Einige behinderte Frauen (und Männer) entwickeln eine ausgeprägte „Hassliebe“ zur Ameloszene.
„Ich will nicht wegen meines Stumpfs geliebt werden!“, ist ein häufig zu hörender Vorwurf.
Sie nutzen ihr Handicap, das sie sonst häufig ausgegrenzt, als Mittel, um Amelos „zappeln“ zu lassen. Dies vermittelt ein Gefühl von Stärke und Überlegenheit, dass sich sonst im Alltag nur selten einstellt.
Chatkontakte gehen so oft nicht ohne blaue Flecken ab.

Stalking


Die Chance, unter normalen, alltäglichen Bedingungen die Traumfrau (den Traummann) zu finden, ist für Amelos und Amelinen extrem gering.
Schon alleine die Chance, die Frau seiner Träume zu sehen, ist nicht besonders hoch. Dies führt dann fast zwangsläufig auch dazu, dass es Männer und Frauen gibt, die dem Zufall nachzuhelfen versuchen. So werden gezielt Orte und Veranstaltungen aufgesucht, an denen jüngere Menschen mit Behinderungen zu erwarten sind. Dies können beispielsweise Reha-Kliniken, Reha-Messen oder Behindertensport-Veranstaltungen sein.
Bewaffnet mit Digitalkameras und Fotohandies, beschafft man sich zumindest Bildmaterial, wenn schon reale Kontakte nicht gelingen.
Tatsächlich tauchen solche Aufnahmen auch im Internet auf. Bedenkt mal allerdings die buchstäblich weltweite Vernetzung, dann ist dieses Bildertauschen ein eher geringes, zumindest aber überschätztes Phänomen.

Amelos in einschlägigenBerufen?


Diskutiert wird, ob in einschlägigen Berufen, wie der Orthopädiemechanik oder der Pflege, überdurchschnittlich viele Frauen und Männer mit amelotatistischer Neigung arbeiten.
Zahlenmaterial gibt es dazu natürliches keines. Aber unwahrscheinlich ist dies nicht. So berichtete ein oberschenkelamputierter Mann:
„Mein Orthopädiemechaniker hat so auffällig lange an meinem Stumpf herumgeknetet, dass es richtig unangenehm wurde. Der ist bestimmt ein schwuler Amelo!“
Viele Männer und Frauen mit Behinderung erfahren erst spät von dem Phänomen Amelotatismus. Im Rückblick erinnern sie sich vereinzelt an Begegnungen mit Personen, die wohl eine amelotatistische Neigung besaßen.
So erinnerte nsie sich an Personen, von denen sie verfolgt wurden oder spürten, dass sie fotographiert wurden.

Kommerzielle Angebote

Wo eine Nachfrage erkannt wird, die man kommerziell bedienen kann, ist auch bald ein entsprechendes Angebot vorhanden.


Filme und Bilder


Das Sammeln von Bildern und das Mitschneiden von entsprechenden Fernsehberichten ist für die Amelo-Szene typisch. Natürlich handelt es sich um fetischtypische „Wichsvorlagen“. Was sonst?
(Ich weiß, man kann das auch anders ausdrücken.)
Es bleibt daher nicht aus, dass einige Frauen und Männer dieses Verlangen nutzen, um mit dieser Nachfrage Geld zu verdienen. Sie bieten von sich, beziehungsweise anderen behinderten Frauen, Filme und Bilderserien an.
Vor Internet-Zeiten geschah dies sehr versteckt über jene Kanäle, die auch andere Fetische mit Material versorgten. Das Internet hat den weltweiten Vertrieb natürlich erheblich erleichtert, Gleichzeitig gefährdet das Internet auch diese Angebote gleich wieder!
Schon wenige Wochen nach der Veröffentlichung ist dieses Material über einschlägige Tauschbörsen kostenfrei zu erhalten. Dies bremst die Umsätze der Anbieter natürlich massiv aus. So ermahnen sich Amelos und Amelinen (allerdings mit wenig Erfolg) gegenseitig, den Tausch nicht zu früh zu starten, damit die wenigen Quellen nicht versiegen.
Entsprechend groß ist das Angebot daher nicht.

Meetings


Einige wenige Veranstalter, überwiegend aus Ostblockländern, bieten Meetings an, auf denen Männer mit amelotatistischer Neigung ein Wochenende bzw. eine Woche mit behinderten Frauen verbringen können. Der kommerzielle Hintergrund dieser Treffen ist offensichtilich. So seien diese Meetings nichts anderes als bordellähnliche Veranstaltungen, die mehr schlecht als recht mit einem kulturellem Rahmenprogramm getarnt werden.
Die Resonanz ist gering. Nach buchstäblich weltweiter Werbung über das Internet machen sich kaum mehr als 20 Männer pro Jahr nach Moskau oder St. Petersburg auf. Vielleicht sind es einfach die hohen Kosten und der Aufwand, unter einem Vorwand nach Moskau zu reisen, die diese Angebote nicht zu einem besonderen Erfolg werden lassen.

Prostituierte

Die Bereitschaft, für entsprechende Kontakte zu behinderten Frauen Geld zu bezahlen, ist dagegen deutlich höher. Einige Amelos suchen gezielt nach behinderten Huren und beklagen, dass das Angebot viel zu gering sei. Tatsächlich bieten sich aber auch einige wenige behinderte Frauen gezielt als Prostituierte an.

Fördert das Internet Amelotatismus?


Ja und nein.


Das Internet löst Amelotatismus nicht aus


Jemand, der keine Amelo-Neigung besitzt, wird auch durch das noch so intensive betrachten der unterschiedlichen „Internet-Angebote“ nicht zum Amelotatisten. Bilder, die Menschen mit Handicap zeigen, werden eher Desinteresse auslösen, irritieren oder sogar als unangenehm bis abstoßend empfunden.


Das Internet fördert Amelotatismus


Auf das „Lonely-Wolf-Problem“ wurde an anderer Stelle schon hingewiesen. Durch das Internet werden sich viele Betroffene erst ihrer Neigung bewusst und erhalten durch die verschiedensten Internet-Angebote die Möglichkeit, ihre Neigung zumindest in einem bestimmten Sektor auszuleben. Amelotatistische Neigungen werden somit durch das Internet intensiviert, was von den Betroffenen aber durchweg nicht als negativ angesehen wird. Die Meisten empfinden das Internet als Befreiung von selbstgewählter Isolation.

Internet macht süchtig!

Diese Feststellung gilt ja keineswegs nur für den Bereich des Amelotatismus. Da das Internet für Amelos aber fast die einzige Plattform ist, um die eigene Neigung auszuleben, gilt diese Feststellung für Amelos in besonderer Weise.
Die Sucht besteht auch darin, dass die Reize mit der Zeit immer stärker werden müssen. Genügte zu Beginn ein einfaches Bild, so muss die Dosis immer höher werden, damit sich entsprechende „Lust“ einstellt.

Im Ansatz rennen sie bei den Amelotatisten natürlich weit offen stehende Scheunentore ein. Amelos und Amelinen wollen gleich ausrufen:
„Wir haben dieses Bild vom Handicap als Makel nicht.“
„Für uns ist eine Behinderung nichts negatives.“
„Wir finden Männer und Frauen mit Behinderung attraktiv.“
Um so irritierter reagieren die Amelos dann, wenn ihnen entgegen gehalten wird: „Ihr seid ja bloß stumpfgeil!“


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
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